30. November 2010, 18:12 Uhr

Comeback von Juli in neuem Gewand

Es ist 22 Uhr an diesem Montagabend, und seit etwa einer Stunde steht die Band Juli in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle auf der Bühne, als plötzlich die ersten Klänge des Lieds erklingen, das die Gruppe mit den Gießener Wurzeln bekannt gemacht hat. Selten war die Woge der Begeisterung berechtigter als in diesem Moment, in dem Sängerin Eva Briegel »Perfekte Welle« anstimmt.
30. November 2010, 18:12 Uhr
Gibt den Takt in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle an: Frontfrau Eva Briegel von der Band Juli. (Foto: olz)

Schon den ganzen Abend hatten die rund 1200 Fans ausgelassen mit der Gruppe gefeiert. Doch jetzt steigt das Stimmungsbarometer noch einmal deutlich, und Briegel, die Gitarristen Simon Triebel und Jonas Pfetzing, Dedi Herde am Bass und Schlagzeuger Marcel Römer wissen das zu schätzen. Sie zelebrieren den Song förmlich, unterstützt vom Publikum, das die Musiker lautstark beim Refrain begleitet.

Fast scheint es so, als hätte es die gut zweijährige Pause von Juli nicht gegeben. Und dieser Augenblick in der Hugenottenhalle ist weit mehr als ein nostalgischer Rückblick auf die Anfangszeit. Eindrucksvoll macht er vielmehr deutlich: Juli haben es immer noch drauf, und die Liebe der Fans ist nach wie vor ungebrochen. Das gilt nicht nur im Fall der alten Hits, von denen Briegel und Co dem Neu-Isenburger Publikum neben dem Wellensong auch »Geile Zeit« und »Dieses Leben« präsentieren. Die Songs »Jessica«, »Ich bin in Love (Paris)« und »Elektrisches Gefühl« vom neuen Album »In Love«, das im September erschienen ist, schlagen ebenfalls voll ein und sorgen für Partystimmung.

Bevor es jedoch soweit war, heizte zunächst der Frankfurter Musiker Dyko ein. Seine Electronic-, New Wave- und Pop-Punk-Rhythmen, die auf einer Leinwand von kurzen Filmen begleitet wurden, kamen an. Immer wieder gab es eifrigen Applaus für Lieder wie »In Ordnung«, deren experimentelle Vocals und Instrumentalklänge ihre deutliche Nähe zum Rave nicht verleugnen können.

Glücklich darf sich der schätzen, der dann in der ersten Reihe steht: kein Durchkommen mehr, als die Julis endlich da sind. So viel ist sicher: Die Lorbeeren sind verdient, denn der Gruppe ist es in ihrer schöpferischen Pause gelungen, sich selbst ein Stück weit neu zu erfinden. Beispielhaft dafür sind die balladesken Klänge von »Jessica«, die man so von Juli bislang nicht kannte, und die Eva Briegel die Möglichkeit geben, den Facettenreichtum ihrer Stimme voll auszuspielen. Oder die eingängigen Beats von »Elektrisches Gefühl«, denen man ganz sicher ein ähnliches Hitpotential zuschreiben darf wie der »Perfekten Welle«. Kurzum: Juli sind wieder da, allerdings in neuem Gewand, das bei den Fans in Neu-Isenburg für Wogen der Begeisterung sorgte.

Stephan Scholz

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