18. März 2019, 08:03 Uhr

»Amigo-Story«

Amigos: »Die unglaubliche Story« erscheint als Buch

Die Gießener Markus Becker und Klaus Kächler haben die Amigos zwei Jahre begleitet und darüber geschrieben. Ihr Buch über die Schlagerstars erscheint am Donnerstag. Die Autoren im Interview.
18. März 2019, 08:03 Uhr
Freuen sich auf die Veröffentlichung des Buches: Die Amigos Bernd (r.) und Karl-Heinz Ulrich (l.) sowie die Autoren Klaus Kächler (2. v. l.) und Markus Becker. (Foto: gäd)

Die Amigos sind Superstars der Schlager-Szene. Danach sah es aber lange Zeit überhaupt nicht aus. Die beiden Gießener Journalisten Markus Becker und Klaus Kächler (Lesen Sie auch: »Wie eine Zeitreise« - Das sagen die Amigos zu ihrem Buch) haben die Brüder Karl-Heinz und Bernd Ulrich zwei Jahre lang begleitet, um dieses Phänomen zu ergründen. Das Resultat hat fast 200 Seiten, hört auf den Namen »Danke, Freunde – Die unglaubliche Amigos-Story« und erscheint am kommenden Donnerstag.

Es ist nicht die erste Zusammenarbeit von Becker und Kächler. 2016 erschien ihr erstes Buch, eine viel beachtete Biografie über Lebenshilfe-Gründer Tom Mutters. Nun also haben die beiden die Erfolgsgeschichte des Schlager-Duos aus Hungen-Villingen zu Papier gebracht. Eine spannende Zeit – für die Protagonisten und die Autoren.

Herr Becker, Herr Kächler, wie kam es zu der Idee, ein Buch über die Amigos zu schreiben?

Markus Becker: Wir haben ein Interview mit Karl-Heinz und Bernd Ulrich gemacht, als sie 2016 wieder das Charts-Triple geholt haben – Nummer eins in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Klaus Kächler: Damals haben die beiden schon eine Anekdote nach der anderen rausgehauen. Wir hatten gerade unser erstes Buch fertiggestellt und kamen darüber ins Gespräch. Noch während dieses Termins wurde die Idee für ein Buch über die Amigos geboren.

Sie sind bodenständig geblieben. Da zählt noch ein Wort und ein Handschlag

Klaus Kächler über die Amigos

Zwei Jahre haben Sie sich intensiv mit dem Leben der beiden befasst. Eine lange Zeit...

Kächler: Wir kommen beide nicht aus der Schlagerwelt. Daher war es wichtig, Konzerte zu besuchen, Backstage zu sein, die Fans zu erleben. Wir wollten tief in diesen Kosmos eintauchen.

Becker: Dadurch sind uns ständig neue Türen geöffnet worden. Wir haben das Umfeld der Amigos kennengelernt. Auch ihre beiden Frauen Heike und Doris, die für den Erfolg der Amigos enorm wichtig waren und sind.

 

Buch über Amigos: Bodenständig geblieben

Was macht den Erfolg denn nun aus?

Becker: Das Gesamtpaket aus Musik und der Leidenschaft, die beide in die Sache hineinstecken. Die Nähe zu den Fans. Nach Konzerten geben sie Autogramme, stehen für Fotos zur Verfügung. Das wird geschätzt und auch belohnt.

Kächler: Sie sind bodenständig geblieben. Da zählt noch ein Wort und ein Handschlag. G. G. Anderson hat das in unserem Buch genau beschrieben: »Sie sind halt ganz normale Menschen.«

Die Geschichte des Duos ist aber auch von Widerständen, Rückschlägen und Schicksalsschlägen geprägt...

Becker: Vor ihrem Durchbruch haben sie viele bittere Erfahrungen machen müssen. Eine lange Zeit sind sie von Plattenfirmen ignoriert und von der Schlagerszene eher belächelt worden. Auch mussten sie über den Tod zweier Mitmusiker hinwegkommen. Das zu erzählen, gehört zu ihrer Geschichte dazu.

Kächler: Auch dieser Aspekt war uns wichtig. Und die beiden hatten damit auch kein Problem. Allerdings haben sie nicht gegen einzelne Personen nachgetreten. Das ist nicht ihr Stil.

Früher haben sie die Rolling Stones gecovert. Und eines Tages standen sie in den Charts auf Platz eins und die Stones auf fünf.

Markus Becker über den Erfolg der Amigos

Und bei der Endabnahme durch die Ulrich-Brüder kam dann das große Zittern?

Kächler: Wir haben ihnen zwischendurch schon mal ein paar Kapitel vorgelesen. Sie waren zufrieden – und wir erleichtert.

Becker: Es ist bei jedem einzelnen Termin immer viel Spaß dabei gewesen. Aber eine gewisse Anspannung war natürlich da.

 

Buch über Amigos: Warum Karl-Heinz und Bernd Ulrich polarisieren

Die Amigos polarisieren, das schreiben Sie auch in dem Buch. Warum ist das so?

Becker: Sie fallen aus dem Rahmen. Sie sind nicht die typischen Fernsehstars. Ihre Musik ist nicht jedermanns Sache, mancher reduziert sie auf ihre bunten Bühnen-Outfits. Dabei darf man nicht vergessen, dass sie sich nicht davor scheuen, auch ernste Themen anzupacken. »Der Schattenmann« zum Beispiel handelt von Kindesmissbrauch. Das ist in der Schlagerszene sehr selten.

Sie haben jetzt zwei Biografien über sehr verschiedene Menschen geschrieben. Gibt es trotzdem Parallelen?

Kächler: Es gibt in der Tat Gemeinsamkeiten zwischen Lebenshilfe-Gründer Tom Mutters und den Amigos: Sie alle mussten gegen teils erhebliche Widerstände ankämpfen und haben nie aufgegeben. Sie sind sich treu geblieben – und sind dafür belohnt worden.

Sie haben zu jedem Kapitel einen Liedtext der Amigos dazugestellt. Was ist die Idee dahinter?

Becker: Uns ist aufgefallen, dass es zu jedem Abschnitt in ihrem Leben ein Lied gibt, dessen Text hundertprozentig dazu passt. So zum Beispiel »Unsre Eltern«. Diese Zeilen passen zum Kapitel über die ersten Studioaufnahmen. Denn die Eltern der beiden haben sie bei allem voll unterstützt.

 

Buch über Amigos: Von Kritik nicht unterkriegen lassen

Was hat Sie an der Geschichte der Amigos am meisten beeindruckt?

Kächler: Es ist ein modernes Märchen. Das Happy End haben die beiden aber nicht einem glücklichen Zufall zu verdanken, sondern harter Arbeit. Sie lieben die Musik. Sie wären auch glücklich, wenn sie wieder auf Volksfesten vor 50 Leuten spielen würden, hat Karl-Heinz einmal gesagt. Und das glaube ich ihm auch.

Becker: Sie haben immer an sich geglaubt. Und sie haben sich auch von Kritik nicht unterkriegen lassen. Sie sind durch eine harte Schule gegangen, teilweise haben sie drei Auftritte an einem Wochenende absolviert. Früher haben sie die Rolling Stones gecovert, eines Tages standen sie in den Charts auf Platz eins und die Stones auf fünf. Das ist ihre Geschichte.

Sie beide haben selbst zur Gitarre gegriffen, den Text von »Butterfly« von Danyel Gérard auf die Amigos umgedichtet und auch vorgetragen. Haben die Profis Ihnen Mut für eine Schlagerkarriere gemacht?

Kächler: Sagen wir mal so, sie waren gnädig mit uns (lacht).

 

Info

Das Buch: Eine Nahaufnahme – nicht nur für Fans

Über 100 Gold- und Platin-Auszeichnungen, neunmal Nummer eins in den Album-Charts, ausverkaufte Konzerte – die Amigos aus Hungen-Villingen eilen von Erfolg zu Erfolg. Die beiden Gießener Journalisten Markus Becker und Klaus Kächler haben es sich zur Aufgabe gemacht, hinter die Kulissen zu blicken. Sie haben Karl-Heinz und Bernd Ulrich bei Konzerten begleitet, lange Gespräche mit ihnen geführt, Wegbegleiter interviewt. Sie sind der Frage nachgegangen: Was macht den Erfolg der Amigos aus? Und: Warum handelt es sich dabei um eine unglaubliche Geschichte? Wie war das wirklich mit dem großen Durchbruch? Und was hat eine Serviette mit dem Ganzen zu tun?

Herausgekommen ist eine Nahaufnahme, die nicht nur wichtige Ereignisse auf dem Weg der Amigos zu Superstars beschreibt. Becker und Kächler legen viel Wert darauf, die Menschen hinter den bunten Anzügen herauszustellen. Harte Arbeit, Bodenständigkeit, der Spaß an der Musik – das alles hat aus dem ehemaligen Bierbrauer und dem Lkw-Fahrer erfolgreiche Musiker gemacht, die Millionen von CDs verkauft haben.

Die Amigos polarisieren aber auch. In Teilen der Schlager-Szene wurden sie nicht mit offenen Armen empfangen. Auch die Plattenfirmen waren skeptisch. Doch im Jahr 2006 änderte sich alles. Die Ulrich-Brüder haben für die Autoren auch ihr privates Fotoalbum geöffnet. Die Aufnahmen zeigen unter anderem Szenen ihrer Kindheit und den Weg von Dorffesten zur ersten Solo-Tournee. Auch das engste Umfeld der Amigos kommt zu Wort: Die Ehefrauen Heike und Doris, Produzent und Freund Michael Dorth, Manager Wilfried Emig, langjährige Wegbegleiter. Kurzum: Eine mit Anekdoten gespickte Biografie, die die schwierigen Zeiten nicht ausklammert. Lohnt sich. Nicht nur für Fans.

Markus Becker, Klaus Kächler: »Danke, Freunde!« – Die unglaubliche Amigos-Story; Verlag Bild und Heimat, 192 Seiten, gebunden, ISBN: 978-3-95958-192-9; 18,99 Euro; erscheint am 21. März 2019.

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