27. Juli 2018, 09:00 Uhr

Gewalt gegen Retter

Beleidigt, bedroht, geschlagen

Pöbeleien und Gewalt gegen Retter gibt es fast täglich. Im Februar machten die Einsatzkräfte mit einer Demo in Frankfurt auf ihre Lage aufmerksam. Besser geworden ist die Situation kaum.
27. Juli 2018, 09:00 Uhr
Immer wieder gibt es gewaltsame Übergriffe auf Rettungskräfte. Auch Beleidigungen sind ein Problem. (Foto: dpa)

Trotz des Appells von Rettungskräften und einer öffentlichen Debatte über Gewalt gegen Retter hat sich die Situation in Hessen kaum verbessert.

Einsatzkräfte seien weiter Ziel von Pöbeleien, Beleidigungen und körperlicher Gewalt, berichten Rettungsdienste, Feuerwehren und Gewerkschaften. Vor fünf Monaten hatte man bei einer Demonstration in Frankfurt auf das Thema hingewiesen.

Übergriffe statistisch erfassen

Völlig verpufft sei die Debatte aber nicht, erklärt Erik Brumm, Personalratschef der Frankfurter Feuerwehr: »Die Bevölkerung hat wahrgenommen, dass wir ein Problem haben.«

Brumm war Initiator der Demo, bei der 250 Rettungskräfte auf die Straße gegangen waren. Ihr Motto: »Hände weg! Wir sind Eure Rettung«.

Die Situation im Alltag habe sich dadurch nicht geändert, sagt Brumm. Allerdings habe das Innenministerium zugesagt, sich mit Einsatzkräften an einen Tisch zu setzen. Es solle eine Statistik ins Leben gerufen werden, die Übergriffe auf Retter erfasst.

2017 über 60 Angriffe

Bisher werden nur Gewalttaten registriert. 53-mal wurden im vergangenen Jahr Rettungskräfte und achtmal Feuerwehrleute in Hessen angegriffen. Doch es gehe weniger um diese Fälle. Auch Bedrohungen und Beleidigungen sollten erfasst werden.

Es sei spürbar, dass der aggressive Ton auf der Straße gegenüber Rettern zunehme, sagt Gisela Prellwitz, Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes in Hessen. Ernüchternd fällt auch das Fazit der Gewerkschaft Verdi aus. Es lasse sich kein Rückgang der Übergriffe feststellen, so Fachgruppenleiter Arno Dick.

Initiative aus Hessen

Die hessische Landesregierung verweist darauf, dass auf eine Gesetzesinitiative aus Hessen hin der Bund den Schutz von Einsatzkräften im April 2017 verbessert habe. »Die Mindeststrafe für Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute oder Sanitäter beträgt seitdem drei Monate«, erklärt ein Sprecher des Innenministeriums.

Bewusst zurückgehalten hatte sich bei der Demo in Frankfurt die hessische Polizei. Man habe die Aufmerksamkeit Sanitätern und Feuerwehrleuten überlassen wollen, sagt Andreas Grün, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Hessen.

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