06. Juni 2019, 21:57 Uhr

»Bestens vorbereitet«

06. Juni 2019, 21:57 Uhr

Wiesbaden (dpa/lhe). Hessen sieht sich für den bundesweit geplanten Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz an Grundschulen auf einem guten Weg. Das Angebot werde stetig ausgebaut, um die Vorgaben ab 2025 erfüllen zu können, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) auf dpa-Anfrage in Wiesbaden. »Wir sind also bestens vorbereitet.« Statt auf eine verpflichtende Ganztagsschule setze das Land auf das Prinzip der Freiwilligkeit.

Der geplante Rechtsanspruch ist ein Thema der Kultusministerkonferenz, zu der sich die Ressortchefs am Donnerstag und Freitag in Wiesbaden treffen. Derzeit hat Hessen den Vorsitz inne. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte zuletzt bekräftigt, die Pläne der Regierungskoalition bis 2025 umsetzen zu wollen.

Verband: Zeitplan in Gefahr

Zum Schuljahr 2018/19 boten 1150 hessische Schulen Ganztagsangebote an. Damit arbeiten laut Kultusministerium rund 70 Prozent der allgemeinbildenden Schulen ganztägig. 208 Schulen in Hessen beteiligen sich den Angaben zufolge am »Pakt für den Nachmittag« mit einem Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17 Uhr, sowie bei Bedarf auch in den Ferien. Im neuen »Pakt für den Ganztag« baue das Land die bestehenden Angebote weiter aus und stelle die Gebührenfreiheit bis mindestens 14.30 Uhr sicher, hieß es aus dem Kultusministerium.

Der Bundeselternrat bezweifelt, dass die Bundesregierung ihren Zeitplan für mehr Ganztagsbetreuung an Schulen wird umsetzen können. »Wir haben großes Bauchweh, ob der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder tatsächlich 2025 kommt«, sagte der Vorsitzende des Bundeselternrates, Stephan Wassmuth, der Deutschen Presse-Agentur. »Bislang steht das nur im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, aber es gibt keine gesetzliche Grundlage.« Das Land müsse in dieser Frage vorwärts kommen.

Der geplante Rechtsanspruch ist auch ein Thema der Kultusministerkonferenz (KMK), zu der sich die Ressortchefs gerade treffen. Den KMK-Vorsitz hat derzeit Hessen inne. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte zuletzt bekräftigt, die Pläne bis 2025 umsetzen zu wollen.

Ihrer Ansicht nach ist eine Ganztagsbetreuung in der Zeit von 8 Uhr bis 16 Uhr notwendig. Diese acht Stunden seien »ein Anfang, aber noch nicht das Ziel«, sagte Wassmuth und ergänzte: »Wir sind für eine flexible Betreuung, die nicht in feste Schulstunden gepresst wird.«

Der Bundeselternrat ist die Dachorganisation der Landeselternvertretungen. Über seine Mitglieder vertritt er die Eltern von rund acht Millionen Kindern und Jugendlichen an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen.

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