06. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Bewusst und nachdenklich

Die Regionalsieger des Fotowettbewerbs Blende 2016 trafen sich kürzlich im Verlagshaus in Gießen und erhielten – wie berichtet – in den vier Kategorien ihre Preise. Rund 30 Bilder hatte die Jury zum Thema »Lebensgefühl« zu begutachten.
06. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Esther Bopp aus Reichelsheim landete mit »Der Weg in die Zukunft« auf Platz 10, Paul Rippke aus Gießen mit seiner »Chillout-Zone« auf Platz 8, Lorenz Tugend aus Rosbach unter dem Titel »Bomberjugend« auf dem siebten Platz. Lia Mootz aus Wetzlar titelt zu ihrem Skateboardbild »Keep calm and ride« und verdeutlicht damit einem 53-Jährigen Juror, dass für Jugendliche manche Dinge wie das Skateboard über Jahrzehnte Bestand haben.
Ein ebenfalls sehr typisches Bild, das das Lebensgefühl ausdrückt, ist das Foto von Carla Willershäuser aus Fernwald: »Generation Selfie« eben. Und mit Platz 4 bedacht. Auf den zweiten Platz hat die Jury Paul Rippkes Foto »Wegwerfgesellschaft« gesetzt, zeigt es doch ein Phänomen in deutlicher Bildsprache, das allerorten anzutreffen ist. Zum Sieger ernannt wurde Philipp Herrlich. Sein in der Metro aufgenommenes Foto ist nicht nur ein in Schwarz-Weiß gehaltener schöner Schnappschuss, sondern zeigt auch das für diese Generation typische »Teilen« von Inhalten auf mustergültige Weise.
Aufgefallen, dass die Plätze 9, 6, und 3 noch fehlen? Sie sind von drei Schülern der Theodor-Litt-Schule belegt, die in der Klasse von Lehrer Markus Ihle unter dem Motto »Mein Gießener Land« Fotos und kurze Texte dazu angefertigt haben, in denen sehr persönlich Aspekte ihres täglichen Lebens in Mittelhessen zum Ausdruck gebracht werden.
Erik Kluger aus Buseck hat sein Foto in Großen-Buseck neben der Tankstelle aufgenommen, wo für ihn der Radweg nach Trohe und Gießen beginnt. Platz 9 dafür bei Blende. Das Bild des Wettenbergers Matteo Amlung entstand in der TLS. »Fast jeden Tag laufe ich diesen Gang entlang«, schreibt er dazu. Platz 3 geht an Thore Summa aus Laubach: Zu seinem Foto im Zug bemerkt er: »Eine Stunde Zug, eineinhalb Stunden Bus, eineinhalb Stunden Warten. 72 Kilometer und vier Stunden nach Gießen und zurück. Ein Sechstel meines Schultages verbringe ich in öffentlichen Verkehrsmitteln und mit Warten auf solche. Ein großer Teil meines Mittelhessens. Und ich bin nicht der Einzige…«
Alle Bilder sind nun in Frankfurt bei Prophoto und werden dort in der bundesweiten Endausscheidung erneut begutachtet. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Anfang Februar bekannt gegeben. Wir wünschen viel Erfolg – und werden berichten. age

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