05. Juli 2019, 22:26 Uhr

Bombenentschärfung nahe EZB

05. Juli 2019, 22:26 Uhr
Rund um die EZB gibt es am Sonntag Umleitungen. Grund dafür ist die Entschärfung einer Weltkriegsbombe. (Foto: dpa)

Evakuierung, Umleitungen und Absperrungen: Experten des Kampfmittelräumdienstes wollen an diesem Sonntag in Frankfurt eine 500 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärfen. Der US-Sprengkörper war vor rund zehn Tagen bei Bauarbeiten in der Nähe der Europäischen Zentralbank gefunden worden. Da die Bombe an ihrem Fundort stabil lag, musste sie aber nicht unmittelbar nach ihrer Entdeckung entschärft werden.

Nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt, bei dem der Kampfmittelräumdienst angesiedelt ist, hat die Bombe zwei mechanische Zünder an Kopf und Heck. Der Sprengstoffanteil sei mit 145 Kilogramm zwar etwas geringer als bei anderen Sprengbomben, aber dafür gebe es bei dieser Bombe mehr Splitter. Voraussichtlich soll die Bombe mit einer Wasserstrahl-Schneideanlage entschärft werden.

Zuvor aber muss sichergestellt sein, dass sich außer den Sprengstoffexperten niemand mehr in der Sperrzone aufhält, die für die Entschärfung eingerichtet wird. Dafür müssen rund 16 500 Menschen ihre Wohnungen im Frankfurter Ostend, aber auch in Teilen Sachsenhausens verlassen. Bis acht Uhr soll das Gebiet evakuiert sein.

Vor allem die schwerstpflegebedürftigen Bewohner eines Pflegeheims in der Sperrzone sollen bereits am Samstag in anderen Heimen oder Krankenhäusern untergebracht werden. Auch drei Altenwohnanlagen liegen nach Angaben der Feuerwehr in dem von der Evakuierung betroffenen Gebiet. Die Feuerwehr riet allen von der Evakuierung Betroffenen, wichtige persönliche Dokumente wie Personalausweis, Führerschein oder medizinische Unterlagen mitzunehmen. Auch notwendige Medikamente sollten unbedingt eingepackt werden.

Für alle, die nicht bei Freunden oder Verwandten außerhalb der Sperrzone unterkommen können, gibt es ab Sonntagmorgen eine Betreuungsstelle im Zoogesellschaftshaus. Der Zoo selbst, der unmittelbar an das Evakuierungsgebiet angrenzt, bleibt an dem Tag geschlossen. Auch Giraffen, Menschenaffen und Huftiere, deren Gehege am nächsten an der Zone liegen, sollen nach Angaben einer Zoosprecherin in den Tierhäusern bleiben. Freier Eintritt in die Städtischen Museen und in den Palmengarten soll unterdessen diejenigen, die ihre Wohnungen für die Bombenentschärfung verlassen müssen, auf andere Gedanken bringen.

Die Entschärfung der 500-Kilo-Bombe im Frankfurter Ostend hat auch Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr der Bahn.

Die Frankfurter Feuerwehr hat mittlerweile reichlich Erfahrung im Umgang mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Bombenentschärfungen, für die mehrere Tausend Anwohner ihre Wohnungen verlassen mussten.

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