23. März 2020, 19:57 Uhr

Corona bestimmt das Leben auch in Hessen

23. März 2020, 19:57 Uhr

Wiesbaden - Die Corona-Krise diktiert weiter das Geschehen in Hessen. Ein Großteil der Bürger halte sich an die jüngst erlassene Kontaktbeschränkung für Menschen, um die Ausbreitung des Virus zu verzögern, berichtete die Polizei. Die wichtigsten Themen des Tages zu Covid-19:

Kontaktverbot: Das weitgehende Kontaktverbot zur Eindämmung der Lungenkrankheit Covid-19 stößt in Hessen bislang offenbar nicht auf größeren Widerstand. Polizei und Ordnungsbehörden kontrollieren, ob sich die Menschen an das Verbot halten. Der Tenor bislang: keine größeren Vorkommnisse.

Die hessischen Polizeipräsidien zeigten sich am Montagmittag zufrieden. »Der überwiegende Teil der Bevölkerung hält sich an die Vorgaben«, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Frankfurt. Die Hessen dürfen seit Montag grundsätzlich nur noch alleine oder zu zweit aus dem Haus gehen und sich in der Öffentlichkeit aufhalten. Ausnahmen gibt es für Familien oder andere in einem Haushalt lebende Personen sowie für Menschen, die nach Angaben der Regierung »geschäftlich und dienstlich notwendigerweise gemeinsam unterwegs sein müssen«. Auch für Busse und Bahnen gilt die Regelung, die mindestens zwei Wochen in Kraft bleiben soll, nicht.

Ausbreitung: Das Virus breitet sich in Hessen weiter aus. Bis zum Montagmittag (Stand 14 Uhr) hatten sich 1352 Menschen mit dem Erreger SARS-CoV-2 angesteckt. Das waren 85 bestätigte Fälle mehr im Vergleich zum Sonntag (Stand 14 Uhr). Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) sieht eine Beruhigung der Situation in den 17 Coronavirus-Testcentren im Land.

Todesfälle: Zu der Zahl der Toten gab es zunächst unterschiedliche Angaben: Das Ministerium sprach wie am Vortag von drei Todesopfern. Sie stammten aus dem Main-Taunus-Kreis, aus dem Landkreis Offenbach und der Stadt Wiesbaden. Am Montagnachmittag berichtete die Stadt Offenbach von einer weiteren Person, die am Sonntag gestorben sei. Sie sei 89 Jahre alt geworden. Dieses Todesopfer sei in der Hessen-Statistik noch nicht erfasst.

Hamsterkäufe: In Hessen herrscht Uneinigkeit über den Umgang mit Hamsterkäufen. Der Hessische Städte- und Gemeindebund befürwortet das vehemente Vorgehen erster Kommunen gegen massenhafte Vorratskäufe. »Ich kann mir gut vorstellen, dass dies Vorbildcharakter hat und weitere Kommunen nachziehen. Wir würden das begrüßen«, sagte der Geschäftsführende Direktor, Karl-Christian Schelzke. Der Handelsverband Hessen ist dagegen skeptisch: Großeinkäufe könnten auch daran liegen, dass ein Kunde für andere mit einkaufe.

Öffnungszeiten: Hessens Handelsverband hält derweil die gelockerten Regeln für die Sonntagsöffnung weder für notwendig noch für machbar. Er kenne keinen Supermarkt, der am Sonntag geöffnet hatte, sagte Verbandspräsident Jochen Ruths. Er habe die Rückmeldung erhalten, dass der Sonntag dringend gebraucht werde, um beispielsweise ohne Kunden im Laden das Sortiment aufzufüllen.

Arbeitsagenturen: Wegen des Andrangs in der CoronaKrise weiten die Arbeitsagenturen in Hessen ihren Telefon-service aus. Die Hotlines seien ab sofort montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zu erreichen, teilte die Regionaldirektion Hessen mit. Bisher konnten sich Menschen von 8 bis 16 Uhr telefonisch an die Stellen wenden. Alternativ stünden die Online-Angebote zu Anmeldungen für Arbeitslosengeld oder Arbeitsgesuche zur Verfügung. In der Corona-Krise sehen sich die Arbeitsagenturen einem riesigen telefonischen Andrang gegenüber.

Abiturprüfungen: Die Abiturprüfungen an Hessens Schulen sind auch nach der Verschärfung der Schutzmaßnahmen wegen der Ausbreitung des Coronavirus fortgesetzt worden. Am Montag standen landesweit Arbeiten in mehreren Leistungskursen auf dem Programm, darunter die Fächer Deutsch, Kunst, Musik, Politik und Wirtschaft sowie Religion und Sport. Der Krankenstand der Schüler habe zwar etwas höher als in den Vorjahren gelegen, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden. Es gebe auch Kritik, aber die Mehrzahl der Schüler wolle die Abiturprüfungen weiterschreiben.

Cyber-Attacken: Die Angst vor dem Coronavirus nutzen Kriminelle vermehrt zu Cyber-Attacken. Wie die Polizei am Montag mitteilte, verschicken sie dazu in gefälschten E-Mails Spionageprogramme. Die E-Mails tragen meist den Absender von Gesundheitsämtern oder der Weltgesundheitsorganisation. Die Schad-Software installiert sich, sobald der Anhang geöffnet wird.

Flugzeugparkplatz: Die Lufthansa hat damit begonnen, in der Corona-Krise überflüssige Flugzeuge am Frankfurter Flughafen zu parken. Auf der Landebahn Nordwest, die seit Montagfrüh gesperrt ist, stellt die Airline nicht benötigte Jets ab. Zunächst seien acht Flugzeuge geparkt worden, sagte ein Sprecher. Ziel sei es, möglichst viele Jets platzsparend quer zu Fahrtrichtung auf der Landebahn unterzubringen. Der Flughafenbetreiber Fraport sprach von einem historischen Prozedere. dpa

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