16. September 2019, 19:41 Uhr

Droh-Fax nimmt Bezug auf Lübcke-Mord

16. September 2019, 19:41 Uhr
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Von DPA
Basay-Yildiz

Die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz hat einem Medienbericht zufolge ein Droh-Fax mit Bezug zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke bekommen. Nach Informationen des Hessischen Rundfunks ging das Schreiben am 5. Juni bei der Juristin ein. Lübcke war am 2. Juni erschossen worden.

Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft wollte sich am Montag nicht zu dem Bericht äußern. Die Ermittlungen zu den verschiedenen Drohschreiben gegen die Anwältin liefen mit großem personellen Aufwand und dauerten noch an.

Der CDU-Politiker Lübcke war Anfang Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen bei Kassel mit einem Kopfschuss getötet worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der rund zwei Wochen nach der Tat festgenommene Hauptverdächtige Stephan E. hatte zunächst ein Geständnis abgelegt, dieses später aber widerrufen. Ihm wird Mord vorgeworfen.

In dem Schreiben soll Basay-Yildiz nach Angaben des Senders damit gedroht worden sein, dass ihr dasselbe wie Lübcke passieren könne. Zu diesem Zeitpunkt war der mutmaßliche Täter noch nicht gefasst und der mutmaßliche rechtsextreme Hintergrund noch nicht bekannt, die Ermittlungen liefen in alle Richtungen.

Ebenso wie mehrere andere Drohschreiben an die Rechtsanwältin war dem Bericht zufolge auch dieses Fax aus dem Juni mit »NSU.2.0« unterschrieben. Basay-Yildiz hatte im NSU-Prozess Nebenkläger aus den Familien der Opfer der rechtsextremen Mordserie vertreten. Seit dem vergangenen Jahr erhält sie Drohschreiben, in denen ihr und ihren Angehörigen der Tod angedroht wird.

Daten von Polizeicomputer

Bei den Ermittlungen nach den ersten Drohschreiben stellte sich heraus, dass persönliche Daten der Anwältin von einem Computer in der Dienststelle des 1. Polizeireviers in Frankfurt abgerufen worden waren. Auch eine Chat-Gruppe mehrerer Beamter mit mutmaßlich rechtsextremen Inhalten wurde entdeckt. Mehrere Polizisten wurden daraufhin vom Dienst suspendiert.

Im Zuge der Ermittlungen zu den Drohschreiben wurde ein Polizist aus Mittelhessen vorübergehend festgenommen. Er kam noch am selben Tag wieder auf freien Fuß, da ihm kein dringender Tatverdacht nachgewiesen werden konnte (Foto: dpa). (Seite 4)



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