13. Mai 2020, 22:11 Uhr

Existenzangst bei Reisebüros

13. Mai 2020, 22:11 Uhr

Wiesbaden - Die Corona-Regeln in Hessen werden immer lockerer. Der nächste größere Schritt betrifft die Gaststätten und Restaurants, die von diesem Freitag an unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen (siehe oben). Auch Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze und Fitnessstudios dürfen dann nach der Zwangspause wieder Gäste empfangen.

Fallzahlen: Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen steigt weiter nur leicht an. Wie das Sozialministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte (Stand 14 Uhr) wurden bislang 9087 Fälle im Land registriert. Das waren 56 mehr als am Tag zuvor. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger SARS-CoV-2 in Verbindung gebracht werden, stieg um vier auf insgesamt 419. Es werden nur solche Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt wurden.

Im Fokus stehen auch die regionalen Fallzahlen. Bei einem Überschreiten der Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen müssen Landkreise und kreisfreie Städte wieder Beschränkungen des öffentlichen Lebens verhängen. Von dieser Obergrenze waren die hessischen Städte und Kreise gestern weiter deutlich entfernt.

Reisebüros schlagen Alarm: Sofortige Hilfen für ihre Unternehmen haben Reisebürobesitzer bei Demonstrationen in mehreren hessischen Städten gefordert. »Mir droht der Verlust der bürgerlichen Existenz«, sagt Mitorganisator Thomas Kolb, der im Frankfurter Nordend ein kleines Reisebüro betreibt.

Die Politik habe bislang kein Verständnis dafür entwickelt, dass die Reisebranche in der Corona-Krise am härtesten getroffen worden sei, sagte Kolb gestern auf dem Römerberg. »Wir müssen nicht nur auf das laufende Geschäft verzichten, sondern verlieren auch noch unsere Gewinne des zurückliegenden Jahres.« Es drohe eine Insolvenzwelle bei den Reisebüros. Am Römer hatten sich knapp 50 Demonstranten versammelt, die genau auf die Abstandsregeln achteten. Auch in Kassel, Wiesbaden und Gießen fanden Aktionen statt. Die Dienstleister sehen sich in der Klemme zwischen Rückforderungen ihrer Kunden und den fehlenden Rückzahlungen von Hotels und Fluggesellschaften. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zeigte bei der Kundgebung in Wiesbaden Verständnis für die Reisebranche.

Plädoyer für den Schulsport: Bei der weiteren schrittweisen Öffnung der hessischen Schulen nach der Corona-Pause darf der Sport laut Forderungen von Verbänden nicht außen vor bleiben. »Der Wiedereinstieg in den Schulsport bis zu den Sommerferien 2020 sollte, wo immer es die Gegebenheiten an den Schulen zulassen, möglich sein«, teilte der Vizepräsident des Landessportbundes, Heinz Zielinski, in Frankfurt mit. Für Klassen, die derzeit noch nicht zur Schule gehen, könnte über digitalen Sportunterricht nachgedacht werden.

Landtags-FDP fordert Kita-Konzept: Die FDP-Fraktion erhöhte den Druck auf das Land, ein verlässliches Konzept für die schrittweise Wiedereröffnung der Kitas vorzulegen. Die Liberalen fordern konkret, dass das Sozialministerium einen Musterhygieneplan und ein Musterkonzept für die pädagogische Arbeit vorlegt, die für alle Einrichtungen in Hessen als Grundlage dienen.

Schulpflicht der Viertklässler: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel befasst sich erneut mit der Schulpflicht der Viertklässler. Bei der Behörde ist ein Eilantrag eingegangen mit dem Ziel, die ab dem kommenden Montag einsetzende Schulpflicht der Viertklässler weiterhin außer Kraft zu setzen. Die Antragsstellerin, eine Viertklässlerin aus Frankfurt, beruft sich nach Angaben der Behörde auf Belange des Infektions- und Gesundheitsschutzes an den Schulen in Hessen. Die Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet. dpa/hna

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