22. August 2018, 22:37 Uhr

Kinderporno-Plattform

»Kann nicht Nein sagen«

Die Männer sollen zur Führungsriege der Kinderpornografie-Plattform »Elysium« gehören. Vor Gericht räumen sie die Vorwürfe zwar teils ein. Aber nur einer macht das ohne Wenn und Aber.
22. August 2018, 22:37 Uhr

Limburg (dpa/lhe). Mit Geständnissen und Erklärungsversuchen der Angeklagten ist der Prozess um die Kinderporno-Plattform »Elysium« fortgesetzt worden. Ein 58-Jähriger räumte am Mittwoch vor dem Landgericht Limburg die Vorwürfe gegen ihn ein. »Ich bereue mein Tun«, sagte der Mann aus dem Kreis Tübingen (Baden-Württemberg), der bei der Plattform einer der technischen Administratoren gewesen sein soll. Das Unrecht sei ihm zur Tatzeit nicht bewusst gewesen.

Daten über Szene gesammelt?

Zuvor hatten zwei Mitangeklagte ausgesagt und die Vorwürfe teils eingeräumt – aber mit Einschränkungen. So gestand ein 40-Jähriger aus dem hessischen Kreis Limburg-Weilburg, die Technik für »Elysium« bereitgestellt zu haben. Allerdings habe er nur mitgemacht, um Daten über die Szene zu sammeln und diese später der Polizei zu übergeben. So habe er bei der Aufklärung helfen wollen.

Ein 47 Jahre alter Angeklagter aus dem Main-Tauber-Kreis (Baden-Württemberg) gestand, Kinderpornos besessen und bei »Elysium« unter dem Spitznamen »Panda« Chats betreut zu haben. Es sei darum gegangen, die Online-Gespräche »sauber« zu halten. Er habe mitgemacht, weil er nicht Nein sagen könne. Die Inhalte der Online-Plattform hätten ihm eigentlich nicht gefallen.

Bei »Elysium« konnten Fotos und Videos schwersten sexuellen Kindesmissbrauchs getauscht werden, bevor Ermittler im Juni 2017 das Portal etwa ein halbes Jahr nach dem Startschuss abstellten.

Weiterer Angeklagter

Angeklagt ist zudem ein 62-Jährigen aus Landsberg/Lech in Bayern. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wirft den vier Männern vor, »Elysium« betrieben oder sich daran beteiligt zu haben.

Der Verteidiger verlas für den 40 Jahre alten Angeklagten eine Erklärung, wonach dieser Familienvater und gegen Kinderpornografie sei. Er habe auch keine pädophile Neigung. Der Mann gehört demnach zur Hacker-Szene. Sein Technikinteresse habe ihn zur Kinderporno-Szene geführt. Die Idee sei gewesen, nach Lücken im System zu suchen oder Chats zu stören – und Daten zu sammeln. Das hab er im Sommer 2017 tun wollen, sagte der Angeklagte. Dazu sei es aber wegen seiner Festnahme nicht gekommen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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