10. Februar 2020, 18:51 Uhr

Kran beschädigt Dom

10. Februar 2020, 18:51 Uhr
Orkantief »Sabine« hat in Hessen weniger Schäden verursacht als erwartet. Allerdings wurde das Dach des Frankfurter Doms durch den Ausleger eines Baukrans in Mitleidenschaft gezogen. FOTO: DPA

- Ein Kran kracht auf den Frankfurter Dom, Pendler müssen sich mitunter in Geduld üben und Schüler können vielerorts zu Hause bleiben - Orkantief »Sabine« ist in der Nacht zum Montag über Hessen gefegt und hat für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. Eine Radfahrerin wurde am Montagmorgen auf einer Landstraße bei Buseck von einer Windböe erwischt. Die 65-Jährige kam schwerverletzt in ein Krankenhaus

Der Höhepunkt der Orkans war bis Montagvormittag größtenteils durchgezogen. In weiten Teilen Hessens sei das Gröbste vorbei, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). »Es bleibt aber stürmisch.« Und im Bergland könne es weiterhin zu orkanartigen Böen kommen.

Nach Angaben der Frankfurter Feuerwehr wurde das Dach des Frankfurter Doms in der Nacht durch den Ausleger eines Baukrans beschädigt. Der Domplatz blieb zunächst weitflächig abgesperrt, verletzt wurde niemand. »Es besteht keine Gefahr, selbst wenn sich ein Ziegel lösen sollte, dafür ist ja abgesperrt«, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der Kran stecke fest, er drohe nicht weiter abzustürzen.

Expertin: Keine Einsturzgefahr

Nun soll eine Fachfirma den Kran abbauen. Dies kann voraussichtlich erst Mitte der Woche geschehen. »Es wäre bei dieser Wetterlage viel zu gefährlich, das jetzt schon zu tun«, sagte die Dombaumeisterin der Stadt, Julia Lienemeyer, am Montag.

Wichtig sei nun, den Kran abzusichern und das Dach provisorisch zu schließen, damit kein Wasser in das Gewölbe eindringen kann. Eine Einsturzgefahr bestehe nicht. Wie hoch der Schaden ist, blieb unklar. »Wir sind einfach froh, dass niemand verletzt wurde«, so Lienemeyer. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) meldete sich in einem Video auf Facebook zu Wort. Er sei erschrocken gewesen, als er den Einriss im Dach gesehen habe. »Wir werden alles machen, dass das schnell repariert wird.« Der Dom habe ja eine »immense Bedeutung«. Zu den Kosten der Reparatur sagte Feldmann: »Ich wage keine Prognose, aber ich glaube, da wird nicht gespart.«

Laut Polizei hatte es in der Sturmnacht bis zum frühen Morgen allein in Frankfurt etwa 60 weitere Einsätze von Polizei und Feuerwehr gegeben. Vielfach seien Bäume oder Baustellenschilder im Stadtgebiet umgestürzt.

Der Frankfurter Flughafen meldete einen »den Umständen entsprechenden« einigermaßen geordneten Betrieb. Das galt für die Flüge, die auch durchgeführt wurden. Allerdings hatten bereits im Vorfeld mehrere Airlines vorsorglich Flüge gestrichen. Einem Sprecher zufolge gab es am Montag 210 Annullierungen bei ursprünglich geplanten 1310 Starts und Landungen. Bereits am Vortag waren etliche Flüge vom Plan gestrichen worden.

Die Deutsche Bahn hatte den Regionalverkehr in Hessen bis morgens 8 Uhr eingestellt, den Fernverkehr sogar bis 10 Uhr. Erkundungsteams hätten die Strecken nach umgestürzten Bäumen abgesucht und diese dann nach und nach freigegeben, sagte eine Sprecher der Deutschen Bahn in Frankfurt.

Blockiert waren am Morgen zunächst weiterhin die Strecken Bad Vilbel-Stockheim und die Dreieich-Bahn zwischen Buchschlag und Dieburg. Größere Sturmschäden seien nicht festgestellt worden. Mit Verspätungen im Zugverkehr sei weiterhin zu rechnen.

Trampoline fliegen durch die Luft

In Südhessen machten sich insgesamt drei Trampoline an verschiedenen Orten selbstständig und wurden auf die Straße geweht - außerdem eine Dixi-Toilette in Walldorf. Die Polizei zählte in der Nacht mehr als 130 Einsätze. Ein Mann wurde leicht verletzt, als er mit seinem Wagen einem umgeknickten Baum ausweichen wollte und in einen Teich fuhr.

In Wiesbaden berichtete die Polizei ebenfalls von Dutzenden Einsätzen in der Nacht wegen Sturm- und Orkanböen. Auch hier entwurzelte »Sabine« mehrere Bäume.

Im Wetteraukreis stürzten Bäume, Plakatwände oder Bauzäune um. Sturmschäden sorgten für mehrere Straßensperrungen. dpa

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