28. November 2018, 21:00 Uhr

Frankfurt

Lebenslang nach Mord an Ehefrau

Weil sie harmlose Fotos von sich im Internet veröffentlicht hatte, ist eine Frau von ihrem Mann ermordet worden. Dafür bekam der 41-jährige Täter lebenslang.
28. November 2018, 21:00 Uhr
ARCHIV - 05.06.2015, Hessen, Frankfurt/Main: Das Landgericht und Amtsgericht. (zu dpa «Drei Schwerverletzte bei Streit mit Ex-Frau - Prozess beginnt» vom 20.11.2018) Foto: Fredrik von Erichsen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wegen der heimtückischen Ermordung seiner Ehefrau in Oberursel hat das Frankfurter Landgericht einen Mann zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

»Die Frau hatte keine Chance, sie war arg- und wehrlos«, sagte der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer in seiner Urteilsbegründung.

Der aus Serbien stammende Mann hatte im Oktober 2017 in der gemeinsamen Wohnung in Oberursel seine Frau aus Wut und Eifersucht mit 24 Messerstichen getötet. Sie starb noch am Tatort vor den Augen ihrer Töchter und ihres Neffen.

Frau hatte keinerlei Freiheiten

Das Paar hatte eine unglückliche Ehe geführt. Der 41-Jährige soll seine Ehefrau unterdrückt und ihr – im Gegensatz zu sich selbst – keinerlei Freiheiten gegönnt haben.

»Es war eine Rollenverteilung, die in einer modernen Gesellschaft überwunden sein sollte«, sagte der Richter. Immer wieder schlug der Serbe sie und auch seine Töchter, manchmal auch mit der Faust.

Im Oktober 2017 soll er entdeckt haben, dass seine Frau in einem sozialen Netzwerk harmlose Bilder von sich veröffentlicht hatte. »Vielleicht war es ihr erster Versuch gewesen, sich etwas Luft zu verschaffen. Und der hat sofort tödlich geendet«, hieß es in der Urteilsbegründung.

Eskalation schon fünf Tage vorher

Der despotische Ehemann soll sofort extrem wütend reagiert haben. Die Situation in der Wohnung eskalierte anscheinend bereits fünf Tage vor dem Mord schon einmal. Die Frau rief damals die Polizei.

Was genau geschehen war, konnte allerdings nicht geklärt werden. Ihr Mann zog jedoch wenige Tage später aus. Was ihn dann am späten Abend des 30. Oktober dazu bewogen hatte, zu der Oberurseler Wohnung zu fahren, blieb in dem Prozess unklar.

Auch die Kinder bedroht

Die Frau hatte von dem ungebetenen Besuch zunächst nichts mitbekommen, sie war mit Staubsaugen in der winzigen Küche beschäftigt. Ihr Mann begrüßte die Töchter und den Neffen, die im Wohnzimmer Fernsehen schauten. Er schloss die Tür, ging in die Küche, dann ging alles sehr schnell.

Der Mann schrie seine Frau an, die in einer Ecke stand, und stach ihr 24-mal in den Oberkörper. Anschließend ging er zurück ins Wohnzimmer und drohte den Kindern, ihnen werde das gleiche geschehen, wenn sie die Polizei riefen. Ob er das Messer selbst mitgebracht hatte, konnte nicht geklärt werden.

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