21. Februar 2018, 18:17 Uhr

Urteil

Lebenslange Haft für Mord des »Lasermanns«

Ein Mord vor 25 Jahren, ein Täter mit langer krimineller Laufbahn – und ein Urteil, dass den Angeklagten für weitere Jahrzehnte hinter Gittern bringt. Im »Lasermann«-Fall ist das Urteil gefallen.
21. Februar 2018, 18:17 Uhr
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Von DPA
John Ausonius im Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts. (Foto: dpa)

Äußerlich lässt sich John Ausonius keine Gefühlsregung anmerken, während er der Urteilsbegründung des Landgerichts Frankfurt lauscht. Für den 64 Jahre alten Schweden ging es in dem Mordprozess um alles oder nichts: Die Staatsanwaltschaft hatte für ihn eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert, der Verteidiger auf Freispruch plädiert. Die Richter haben am Mittwoch keinerlei Zweifel: Auch ohne ein Geständnis des als »Lasermann« bekannten Angeklagten seien sie von seiner Schuld überzeugt und setzten in ihrer Entscheidung auf eine »lückenlose Indizienkette«, sagt die vorsitzende Richterin.

Lebenslange Haft und zudem Sicherungsverwahrung – Ausonius schließt kurz die Augen, als er das Urteil hört. Dann macht er sich Notizen. Streicht nachdenklich über seinen Schnurrbart, während er hört, dass die Richter ihn weiter für einen gefährlichen Mann halten, von dem auch in fortgeschrittenem Alter noch schwere Gewalttaten zu erwarten seien. Die Verteidigung will in Revision gehen.

 

 

Tathergang ähnelte Taten aus der Vergangenheit in Schweden

 

Er habe die Wehrlosigkeit seines Opfers ausgenutzt, als er die Garderobenfrau eines Frankfurter Restaurants im Februar 1992 zu später Stunde auf offener Straße erschossen habe. Die Frau brach zusammen, ohne fliehen oder sich wehren zu können. Das Gericht sah in der Tat einen heimtückischen Mord an der 68-Jährigen.

Der Tathergang – dem Opfer wurde in den Kopf geschossen, der Täter floh auf einem Fahrrad – erinnert an Taten, wegen derer Ausonius in Schweden bereits 1995 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war: Er schoss auf meist dunkelhäutige Immigranten. Weil er dabei ein Gewehr mit Laserzieleinrichtung verwendet hatte, wurde er als »Lasermann« bekannt. Damit wollte Ausonius die Polizei von seinen Raubüberfällen ablenken, mit denen er seine Spielsucht finanzierte.

 

 

Sicherungsverwahrung für Richter »unerlässlich«

 

»Er hat sich bewusst für einen hochkriminellen Lebensstil entschieden«, heißt es in der Urteilsbegründung. Wegen dieser Gefährlichkeit, die mit einer Persönlichkeitsstörung einhergehe, halten die Richter eine Sicherungsverwahrung für »unerlässlich«.



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