23. April 2019, 22:27 Uhr

Marburger inszenierte Anschlag

23. April 2019, 22:27 Uhr

Der am Gründonnerstag bei einer Explosion schwer verletzte Marburger Geschäftsmann hat den angeblichen Anschlag auf sich nur vorgetäuscht. Der 34-Jährige räumte bei seiner Vernehmung ein, die mutmaßliche Paketbombe selbst gebastelt zu haben. Dabei explodierte ihm offenbar versehentlich eine Kartusche mit Feuerzeugbenzin und fügte ihm die Verletzungen zu, wie die Staatsanwaltschaft in Marburg am gestrigen Dienstag mitteilte. Als Motiv für das inszenierte Attentat gab der Mann familiäre Probleme an.

Weitere Straftaten vorgetäuscht

Der Geschäftsführer des Reinigungsunternehmens hatte zunächst angegeben, dass beim Öffnen einer Postsendung eine versteckte Paketbombe explodiert sei. Die Ermittler hatten nach eigenen Angaben an der Darstellung jedoch Zweifel, da sich der Mann in der Vergangenheit mehrfach als Opfer von Raubüberfällen, Diebstählen und Angriffen dargestellt hatte. Staatsanwaltschaft und Polizei nahmen deshalb Ermittlungen gegen den Mann wegen des Verdachts auf Vortäuschung einer Straftat auf. Bei seiner Vernehmung gestand der 34-Jährige, auch die weiteren Straftaten nur vorgetäuscht zu haben. Da gegen den Beschuldigten keine Haftgründe vorlagen, wurde er nach Abschluss der Ermittlungen auf freien Fuß gesetzt.

Der Mann hatte sich bei der Explosion verletzt. Während er in einem Krankenhaus behandelt wurde, kam es in einer Postfiliale in der Marburger Innenstadt zu einer groß angelegten Kontrollaktion, um weitere Anschläge auszuschließen. Auch Spürhunde waren im Einsatz. Die Firma des Verletzten unterhält dort ein Postfach. Es fanden sich aber keine auffälligen Pakete.

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