10. März 2020, 20:48 Uhr

Ministerium empfiehlt Aus für Großveranstaltungen

10. März 2020, 20:48 Uhr
Bei der EZB gibt es einen ersten bestätigten Coronavirus-Fall. FOTO: DPA

Wiesbaden - In einer neuen Risikobewertung zur Ausbreitung des Coronavirus empfiehlt nun auch das Land Hessen die Absage von Großveranstaltungen. Die Gefahr einer Virusübertragung bei großen Menschenansammlungen, »insbesondere in geschlossenen Räumen«, lasse sich angesichts jüngster Entwicklungen in Italien und des aktuellen Verlaufs der Infektionen nicht sicher beurteilen, teilte das Sozialministerium am Dienstag mit.

Das Ministerium verwies auf Italien, wo die Regierung am späten Montagabend Ein- und Ausreisesperren für das gesamte Staatsgebiet verhängt und insbesondere alle Skigebiete geschlossen hatte. Würden Teilnehmer aus Italien oder anderen Risikogebieten wie dem Iran erwartet, lege man auch die Absage von kleineren Veranstaltungen nahe, erklärte Minister Kai Klose (Grüne). Die konkreten Auswirkungen blieben am Nachmittag zunächst unklar.

Alle bisher bekannten Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 in Hessen verlaufen bisher sehr mild, wie das Ministerium berichtete. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg den Angaben zufolge bis Dienstagnachmittag (14 Uhr) auf 34, bis Montagnachmittag (16 Uhr) waren es 26. Neue Fälle gab es demnach am Dienstag in den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Gießen, Hochtaunus, Main-Taunus, Marburg-Biedenkopf sowie der Stadt Offenbach. Sie gehen unter anderem auf Urlaube in Österreich oder Italien zurück.

Im Kreis Bergstraße wurden 14 enge Kontaktpersonen einer mit SARS-CoV-2 infizierten Frau unter Quarantäne gestellt. Die Frau habe sich in Berlin angesteckt, erklärte der Kreis. Wegen des Falls sei ein Kindergarten am Montag für einen Tag geschlossen und die Empfehlung ausgesprochen worden, dass dies vorsorglich für zwei Wochen geschehen solle und die Kinder 14 Tage zu Hause bleiben. Auch drei Schüler befänden sich in Quarantäne.

Einen ersten bestätigten Corona-Fall meldete die Europäische Zentralbank (EZB). Etwa 100 Kollegen, die in der Nähe tätig waren, sollen nun vorsichtshalber vorübergehend von zu Hause aus arbeiten. Auf dem Frankfurter Messegelände wurde die nächste Ausstellung verschoben, die vom 20. bis zum 22. März geplante Landwirtschaftsmesse Land und Genuss soll nun erst im März 2021 stattfinden, wie die Agra Veranstaltungs GmbH mitteilte.

Um Hessens Wirtschaft nicht aus dem Tritt geraten zu lassen, bietet das Land Hilfen für Unternehmen an. Zur Verfügung stünden über die WIBank unterschiedliche Kreditprogramme und Bürgschaftsmöglichkeiten, erklärte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Es gehe darum, die Unternehmen liquide zu halten, bis sich die Situation normalisiert hat. Im IHK-Bezirk Frankfurt spüren 60 Prozent der Unternehmen die Folgen der Epidemie, ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer. dpa/lhe

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