30. Mai 2017, 21:03 Uhr

Nach Missbrauch in Haft

30. Mai 2017, 21:03 Uhr

Fulda (dpa/lhe). Nach jahrelangem Missbrauch von zwei Enkelinnen muss ein 82-jähriger Mann ins Gefängnis. Das Landgericht Fulda verurteilte den Mann aus dem osthessischen Neuhof am gestrigen Dienstag wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu drei Jahren und vier Monaten. Das Gericht sah den Vorwurf in neun Fällen als erwiesen an. Von den übrigen ursprünglich angeklagten 116 Fällen wurde der 82-Jährige aus Mangel an Beweisen vom Gericht freigesprochen.

Die Mädchen hatten vor Gericht von wiederholten sexuellen Übergriffen im Badezimmer, in der Küche und im Bett des Großvaters berichtet. Das Gericht sah keine Gründe, warum die Mädchen lügen sollten. Auch einen Racheakt – wie Familienmitglieder vermuteten – schlossen die Richter aus. Der Angeklagte hatte zu den Vorwürfen geschwiegen. Das Urteil nahm der Angeklagte staunend zur Kenntnis – mit einer Gefängnisstrafe hatte er nicht gerechnet.

Verminderte Schuldfähigkeit?

Zu seinen Gunsten wertete das Gericht, dass er nicht vorbestraft ist und die Taten mittlerweile schon elf Jahre zurückliegen. Auch eine verminderte Schuldfähigkeit ist laut Gericht nicht auszuschließen. Nach zwei Schlaganfällen hatte sich sein Wesen verändert. Er war ungeduldig und aufbrausend geworden.

Zwei Cousins der Mädchen hatten sich kurz vor der bereits am 3. Mai geplanten Urteilsverkündung noch als Zeugen gemeldet. Sie sagten, der Großvater habe auch sie sexuell missbraucht.

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