31. März 2017, 18:31 Uhr

Weltweit Vorreiter

Neue Technik gegen Fluglärm

Am Airport der Mainmetropole ist es laut. Das soll sich mithilfe einer neuen Technik – GBAS – jetzt verbessern. Der Clou liegt im Anflugwinkel.
31. März 2017, 18:31 Uhr
Seit Freitag wird am Frankfurter Flughafen eine neue Technik gegen Fluglärm getestet. (Foto: dpa)

Auf allen drei Landebahnen des Frankfurter Flughafens kann nun mithilfe einer neuen Technik der Fluglärm gemindert werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Maschinen Bordempfänger für das auf Satelliten-Navigation basierende System GBAS haben, das einen steileren Anflugwinkel ermöglicht. Auf dem Frankfurter Flughafen wurde das Präzisionsanflugsystem 2014 von der Betreibergesellschaft Fraport, der Deutschen Flugsicherung GmbH DFS und der Lufthansa eingeführt. Frankfurt sei weltweit das erste Drehkreuz mit diesem Verfahren, sagte ein Fraport-Sprecher am Freitag.

Am Donnerstag landeten erstmals ein Airbus 319 und eine Boeing 747-8 der Lufthansa mit Hilfe von GBAS-Technik auf Südbahn und Centerbahn des Frankfurter Flughafens. »Nachdem bereits unsere Kurzstreckenflugzeuge sowie die Langstreckenflugzeuge Airbus A330 und A340 den lärmreduzierten Anflug auf der Nordwestbahn fliegen konnten, ist dies jetzt auch für unsere Flaggschiffe Boeing 747-8 und Airbus A380 mit der GBAS-Technologie auf der Süd- und der Centerbahn möglich«, sagte Klaus Froese, Lufthansa-Chef des Drehkreuzes Frankfurt.

Üblicherweise beträgt der Anflugwinkel drei Grad – mit GBAS können die Flugzeuge mit einem Winkel von 3,2 Grad anfliegen. Durch die Anhebung des Gleitwinkels kann der Lärm im »lärmintensivsten Bereich des Anflugs vermindert werden«, hieß es. Vor allem Raunheim, Rüsselsheim, Bischofsheim, Mainz-Süd sowie Offenbach und Neu-Isenburg könnten davon profitieren.

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir begrüßte die Aktivierung des GBAS-Systems. »Nun sind die Fluglinien an der Reihe, ihren Bekenntnissen zum Lärmschutz Taten folgen zu lassen«, sagte er in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme. Er verwies auf die seit Jahresbeginn geltende Entgeltordnung, die finanzielle Anreize für eine technische Umrüstung schaffe: »Bei den ersten hundert Landungen gibt es einen Rabatt von jeweils hundert Euro auf die Landeentgelte.«

Bisher waren Anflüge mit einem Winkel von 3,2 Grad nur auf der Landebahn Nordwest möglich. Nach Angaben des Instituts für Flugführung ist GBAS deutlich flexibler als das üblicherweise von den Airlines genutzte Instrumenten-Landesystem (ILS). Die Position des Flugzeugs und die Anflugbahn können präziser berechnet werden. Allerdings: »Leider haben noch nicht alle Airlines die für dieses Verfahren notwendige und teure Cockpittechnik an Bord«, sagte CFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle.

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