25. November 2017, 17:26 Uhr

Herausforderer

Schäfer-Gümbel SPD-Spitzenkandidat

Der Gießener Thorsten Schäfer-Gümbel wird die hessische SPD im kommenden Jahr als Spitzenkandidat in den Landtagswahlkampf führen. Die Partei gab ihm breite Rückendeckung.
25. November 2017, 17:26 Uhr
Über seine Wahl zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2019 freut sich der hessische SPD-Parteivorsitzende, Thorsten Schäfer-Gümbel, mit seiner Frau Annette. (Foto: dpa)

Damit kommt es hoher Wahrscheinlichkeit zum zweiten »Gießener Duell« mit dem ebenfalls aus der Universitätsstadt stammenden Ministerpräsidenten Volker Bouffier. 2013 hatte der CDU-Politiker die Nase vorn und schmiedete im Anschluss die erste schwarz-grüne Koalition in einem bundesdeutschen Flächenland. Bei der Wahl zum Spitzenkandidaten votierten am Samstag beim Parteitag in Frankfurt 94,6 Prozent der Delegierten für Schäfer-Gümbel, der zudem als Landesvorsitzender im Amt bestätigt wurde. Insgesamt ist es die dritte Spitzenkandidatur für den Gießener, wobei die erste im Jahr 2009 nach der gescheiterten Machtübernahme durch Andreas Ypsilanti unter besonderen Vorzeichen stand. Im Interview mit dieser Zeitung erklärt Schäfer-Gümbel, mit welchen Themen er bis zum Urnengang im kommenden Jahr punkten möchte:

 

Herr Schäfer-Gümbel, Sie haben schon recht früh entschieden, erneut als Spitzenkandidat ihrer Partei für die Landtagswahl antreten zu wollen. Warum ist Wiesbaden politisch reizvoller als Berlin?

Thorsten Schäfer-Gümbel: Ganz einfach: Ich strebe an, Ministerpräsident dieses Landes zu werden und will aktiv das Hessen von morgen gestalten.

 

Welche Themen wollen Sie in den kommenden Monaten besonders in den Fokus rücken?

Schäfer-Gümbel: Wir werden weiterhin an unseren »langen Linien« festhalten. Wir wollen eine vollständige Freistellung der Eltern in Hessen von den Gebühren für Kinderkrippen, Tagesstätten und Kindergärten. Die Mogelpackung der schwarz-grünen Landesregierung bietet eben diese vollständige Freistellung nicht. Wir wollen die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum vorantreiben, der vor allem im Ballungsraum Rhein-Main, aber auch in einer Stadt wie Gießen dringend benötigt wird. Alleine die Anzahl der Sozialwohnungen hat sich seit Regierungsbeginn Koch/Bouffier um fast 50 Prozent reduziert. Wir wollen zudem unsere Verkehrsinfrastruktur für die Zukunft so ausbauen, dass die zu erwartenden Pendlerströme bewältigt werden können. 2016 hatten wir es nicht nur mit überfüllten Zügen zu tun, sondern mit einem Stau in Hessen, der dreimal um die Erde ging. Hierzu zählt neben dem Ausbau von Schienentrassen vor allem die Reaktivierung von Nebenstrecken der Bahn, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stillgelegt wurden. Dazu zählt auch die Reaktivierung der Lumdatalbahn.
 

Befürchten Sie, dass das schlechte Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl Einfluss auf den hessischen Urnengang im kommenden Jahr haben wird?

Schäfer-Gümbel: Ich freue mich auf die anstehende Landtagswahl. Ich fühle mich und meine Partei gut vorbereitet.
 

Sie sind in Mittelhessen zu Hause. Was macht diese Region aus und was muss hier politisch im Besonderen angekurbelt werden?

Schäfer-Gümbel: Wir brauchen Investitionen in bezahlbaren Wohnraum und die Verkehrswende. Außerdem liegt mir die Zukunft des Uniklinikums mit Blick auf Patienten, Beschäftigte und Ausbildung am Herzen. Da ist noch viel zu tun.

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