13. Oktober 2020, 22:33 Uhr

Schwerer Unfall nach A 3-Blockade

13. Oktober 2020, 22:33 Uhr

Idstein/Stadtallendorf - Der Protest gegen den Lückenschluss der Autobahn 49 geht weiter, er konzentriert sich derzeit auf den Herrenwald bei Stadtallendorf im Kreis Marburg-Biedenkopf. Gestern Vormittag gab es aber auch auf der A 3 bei Idstein eine Aktion - mit schlimmen Folgen. Denn nach einer Blockade durch Umweltaktivisten auf der A 3 kam es zu einem schweren Unfall. Dabei wurde ein 29-jähriger Autofahrer schwer verletzt, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Ein Auto sei am Stau- ende auf einen Lkw aufgefahren. Mehrere Personen hatten sich einem Polizeisprecher zufolge im Brückenbereich aufgehalten und zur Mittelleitplanke auf die Autobahn abgeseilt. Die Blockade stehe in Bezug zum Protest gegen die Rodung für den Ausbau der A 49, hieß es. Die Autobahn wurde daraufhin in beide Richtungen voll gesperrt, der Verkehr geriet ins Stocken. Am Ende des Staus kam es in Richtung Köln zu dem Auffahrunfall. Gegen die Teilnehmer der Abseilaktion wird nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Polizei Mittelhessen setzte einen Tweet ab, in dem aufgelistet wurde, was sich auf der A 3 abspielte. Darin hieß es: »1. Abseilaktion von Autobahnbrücke bei #Wörsdorf 2. Stau 3. Schwerer Unfall am Stauende 4. Mensch wurde schwer verletzt #Dannenroeder #A49 #DannenroederForst.« In einer Mitteilung der Initiative »Wald statt Asphalt« hieß es mit Blick auf den Unfall: »Es ist schrecklich, dass es zu dieser Tragödie gekommen ist.« Die Initiative störte sich daran, dass die Polizei dies in Zusammenhang mit der Abseilblockade gebracht habe, »während Auffahrunfälle bei Staus ansonsten als trauriger Alltag akzeptiert« würden.

Polizei mahnt

Im Herrenwald räumte die Polizei gestern ein Protestcamp, damit die Fällarbeiten fortgesetzt werden konnten. Die Polizei setzte ein KletterTeam ein, um die Autobahngegner von den Bäumen zu holen. Gegen Mittag war die Räumung beendet. »Die Polizei will keine Verletzten - auf keiner Seite«, lautete erneut der Appell der Ordnungshüter. Massive Kritik an der Polizei kam erneut vonseiten der Aktivisten. So seien einzelne Autobahngegner über Gebühr lange festgehalten worden.

Unterdessen hat das Bündnis, das am 4. Oktober zur größten Demonstration am Dannenröder Wald eingeladen hatte, für den 25. Oktober eine Menschenkette am »Danni« angekündigt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, das Aktionsbündnis »Keine A49«, Campact, »Fridays for Future« und die Naturfreunde Deutschland fordern den Stopp der Fällungen. Darüber hinaus hatten sich am Montag Anwohner aus Homberg und anderen Orten zu einer Demonstration versammelt. ks/dpa

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