31. Oktober 2019, 22:22 Uhr

Sechsjähriger stirbt in Kita

31. Oktober 2019, 22:22 Uhr
Blumen und Kerzen sind am Eingang zu einer Kindertagesstätte im Stadtteil Seckbach abgelegt. (Foto: dpa)

Ein sechs Jahre alter Junge ist in einer Frankfurter Kindertagesstätte tödlich verletzt worden. Die genauen Umstände und die Todesursache sind bislang unklar, die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, gegen wen ist noch unklar. Es steht die Vermutung im Raum, dass das Kindergartenkind einen Stromschlag an einer Steckdose erlitt. Dies sei aber noch nicht geklärt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Die genaue Todesursache soll nun eine Obduktion ergeben. Das Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung wird für den heutigen Freitag erwartet. Auch ein Sprecher des für die städtische Kita zuständigen Dezernats für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt sagte am Donnerstag: »Dass der Junge einen Stromschlag erlitten hat, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder bestätigt noch dementiert werden.«

Nach den bisherigen Erkenntnissen wurde der Sechsjährige bei dem Zwischenfall am Dienstagnachmittag in der Kita im Stadtteil Seckbach so schwer verletzt, dass er kurz darauf im Krankenhaus starb. Er sei in einem Vorschulkurs gewesen, teilte die Stadt Frankfurt mit.

Zeuge sah blauen Lichtblitz

Bei einer Trauerfeier am Donnerstag für den Jungen erhoben dessen Mutter und andere Eltern Vorwürfe gegen die Stadt. So habe der Vater eines anderen Kindes berichtet, er habe einen blauen Lichtblitz genau in dem Moment gesehen, als der Sechsjährige auf seine Mutter zusprang. Neben einem Schuhschrank, hinter dem der Junge sich versteckt hatte, sei eine lose Steckdose zu sehen gewesen. Bis vor kurzem habe es Sanierungsarbeiten in der Kita gegeben, erzählen die Eltern - auch dort, wo sich der Junge versteckt hatte.

Die städtische Kita bleibe bis auf Weiteres geschlossen, sagte der Sprecher der Stadt Frankfurt. Eine Sicherheitsbegehung des Kita-Gebäudes durch die Unfallkasse Hessen habe bereits stattgefunden und »kam zu dem Ergebnis, dass der Betrieb des Kinderzentrums wiederaufgenommen werden könnte«, teilte die Stadt mit. Wann das sein wird, solle in den kommenden Tagen geklärt werden. Die anderen Kinder der Kita seien auf weitere Einrichtungen verteilt worden.

Die zuständige Dezernentin für Integration und Bildung, Sylvia Weber, äußerte sich zutiefst betroffen zu dem Fall: »Ich bin erschüttert über dieses schreckliche Unglück. In meinen Gedanken bin ich bei der Familie und den Angehörigen des Kindes. Ich wünsche ihnen viel Kraft für diese schwere Zeit.« Vor der geschlossenen Kita lagen am Donnerstag Blumen und Kerzen. An der Tür hing ein Schild: »Aufgrund eines Unfalls bleibt das Kinderzentrum geschlossen.«

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