23. Mai 2017, 09:00 Uhr

Uni-Biblothek

Studierstube mit Leseinseln

Ein Lernort, der futuristische und klassische Elemente miteinander vereinigt: Die neue zentrale Bibliothek der Universität Marburg ist das Herzstück des neuen »Campus Firmanei«.
23. Mai 2017, 09:00 Uhr

Der lichte und luftige Bau am Fuß der Marburger Oberstadt soll Mitte des Jahres fertiggestellt werden. Knapp 110 Millionen Euro wurden in die neue Uni-Bibliothek investiert, die rund zweieinhalb Millionen Büchern Platz bietet.

Uni MR
Der Eingang der neuen Bibliothek der Philipps-Universität Marburg. (Grafik: Sinning Archit...

Zentrales Element ist eine gläserne Eingangshalle, die das lang gestreckte Gebäude diagonal durchschneidet: Die fast fertiggestellte neue Bibliothek der Philipps-Universität Marburg ist sozusagen das Bindeglied zwischen der Elisabethkirche und dem alten Botanischen Garten. Der erste Spatenstich für das Gebäude mit rund 18 000 Quadratmetern Fläche erfolgte im August 2014. Rund 110 Millionen Euro werden in das Vorhaben investiert. Getragen werden die Kosten durch das HEUREKA-Programm. Der Name steht für Hochschulentwicklungs- und Umbauprogramm: Runderneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre in Hessen.

 

Platz für 2,5 Millionen Bücher

 

Bislang verteilen sich die universitären Buchbestände in Marburg auf insgesamt 25 Außenstellen und die zentrale Uni-Bibliothek, die in einem 1967 fertiggestellten Gebäude an der Stadtautobahn untergebracht ist. Das 60er-Jahre-Gebäude entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Universitätsbibliothek. Denn durch die neuen Studiengänge arbeiten mehr Studierende im Lesesaal als früher. Es fehlen daher Gruppenarbeitsräume und Computerarbeitsplätze.

Hier schafft der Neubau Abhilfe. Er bietet letztlich auch rund 2,5 Millionen Büchern Platz und verfügt über 1250 hochwertige und moderne Nutzerarbeitsplätze, die mit Strom ausgestattet sind und über WLAN-Zugang verfügen. Somit ist das Arbeiten mit gedruckten und mit elektronischen Medien möglich. »Dabei versteht sich die Bibliothek nicht nur als Ort des stillen Lernens, sondern bietet bewusst Räume und Arbeitsplätze, die auf Kommunikation und wissenschaftliche Interaktion ausgerichtet sind«, erklärt die Direktorin der Universitätsbibliothek, Dr. Andrea Wolff-Wölk.

 

Mehrere Lounge-Bereiche

 

Die Einzelarbeitsplätze sind als Leseinseln über den gesamten Freihandbestand verteilt. Ergänzt wird das Angebot durch 37 Einzelarbeitskabinen. Für das Arbeiten in Gruppen stehen den Studierenden mit Team-Monitoren und Gruppenräumen mit flexibler Möblierung unterschiedliche Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch einen »Working Space«, der mit flexiblem Mobiliar und Raumteilern ausgestattet ist und das Arbeiten in Klein- und Großgruppen ermöglicht. Außerdem gibt es drei Schulungsräume. Ein Verbindungsglied zwischen Einzel- und Gruppenarbeitsbereichen bilden die über das Gebäude verteilten Lounge-Bereiche. Diese decken – je nach Gebäudestandort und Möblierung – unterschiedliche Benutzerbedürfnisse ab.

»Die kleineren Lounge-Bereiche sind mit einzelnen Sesseln ausgestattet, die Schall- und Sichtschutz bieten, und dem stillen Arbeiten in einer entspannten unkonventionellen Atmosphäre dienen«, erläutert Wolff-Wölk. Die größeren Lounge-Bereiche bestehen aus feststehenden Modulmöbeln und können je nach Gebäudestandort sowohl für das individuelle Arbeiten als auch zum Gespräch genutzt werden.

 

Längere Öffnungszeiten

 

Die Zusammenlegung der Bestände von zehn geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereichsbibliotheken sowie der Uni-Bibliothek soll längere Öffnungszeiten ermöglichen und interdisziplinäres Arbeiten fördern. Große Teile der zusammengeführten Buchbestände werden den Nutzern künftig fächerübergreifend im Freihandbereich zur Verfügung stehen. Monografien und Zeitschriften der verschiedenen Fächer sollen schnell und unkompliziert zugänglich sein. Historische Buchbestände werden im Magazin des neuen Gebäudes untergebracht.

Die Besucher betreten das Gebäude über das gläserne Atrium, das nicht nur als Foyer der Bibliothek, sondern auch als öffentlicher Raum mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten dient. Im Westteil des Erdgeschosses ist eine Cafeteria geplant, im Ostteil befinden sich Freihandbereiche der Bibliothek. Im ersten Obergeschoss werden die Archive sowie Nutzer- und Freihandbereiche eingerichtet, und auch die weiteren Obergeschosse stehen dafür zur Verfügung. West- und Ostflügel des Gebäudes werden über Brücken verbunden, im durchlaufenden Untergeschoss soll das Archiv untergebracht werden.

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