18. Mai 2020, 21:56 Uhr

Trampelpfade und Müll

18. Mai 2020, 21:56 Uhr
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Von DPA
Naturschutzgebiete leiden zunehmend unter der Missachtung von Geboten und Verboten durch Besucher. FOTO: DPA

Darmstadt/Gießen - Ein Spaziergang in der Natur gehörte in den Zeiten der Kontaktsperre wegen der Corona-Pandemie zu den wenigen Abwechslungen im Freien. Beim Schlendern über die Wiesen oder dem Gassigehen mit dem Hund wurden in den vergangenen Wochen aber nicht immer alle Regeln eingehalten. Nach Angaben der Regierungspräsidien in Hessen haben einige Naturschutzgebiete im Land in den vergangenen Wochen gelitten. Nicht jeder Ausflügler hat sich an die Regeln in den besonders geschützten Flächen gehalten. Resultat: Müll, Trampelpfade und noch Schlimmeres.

In der knapp 60 Hektar großen »Schwanheimer Düne« bei Frankfurt betraten nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt Ausflügler die empfindlichen Böden, veranstalteten Picknicks, nahmen Gelege aus Nistkästen oder verstopften deren Einfluglöcher. Andere fingen Eidechsen, Frösche oder Kaulquappen. Eigentlich gibt es in dem Schutzgebiet mit seltenen Tier- und Pflanzenarten klare Regeln. Das Betreten der Wiesen ist genauso verboten wie die Tiere zu stören oder gar zu fangen. Besucher sollten den Bohlenweg benutzen. Feuer machen, Zelten, Grillen oder Radfahren sind verboten, Hunde sind an einer Leine zu führen, Pflanzen dürfen nicht gepflückt werden, teilte die Behörde über die klaren Regeln mit. Und die Düne sei nur eines von 344 Schutzgebieten in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums, dass in den vergangenen Wochen betroffen war. Eine flächendeckende Kontrolle sei da nicht möglich.

Auch beim RP in Gießen sind ähnliche Verfehlungen bekannt, zum Beispiel im Naturschutzgebiet Lahnaue. Hier entstanden neue Trampelpfade, die es vor der Corona-Krise nicht gab. dpa



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