25. Juni 2018, 21:52 Uhr

Unerwünschte Keime

25. Juni 2018, 21:52 Uhr
Mithilfe einer sogenannten vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen sollen etwa Keime herausgefiltert werden. (Foto: dpa)

Langen/Wiesbaden (dpa). Weniger Medikamente und andere Spurenstoffen ins Wasser einleiten, Kläranlagen nachrüsten und undichte Kanäle schneller sanieren: Mit solchen Maßnahmen will die schwarz-grüne Landesregierung die Qualität des Wassers im Hessischen Ried verbessern. »Von den Erfahrungen werden wir für ganz Hessen profitieren können«, sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Montag im südhessischen Büttelborn bei der Vorstellung ihrer sogenannten Spurenstoffstrategie zum Schutz der Oberflächengewässer und des Grundwassers.

Das Konzept setzt auch auf Aufklärung, Dialog, Information und die Auszeichnung von Vorbildern. Denn für die meisten Spurenstoffe gebe es keine gesetzlichen Grenzwerte, sagte Hinz. Hessen habe als erstes Bundesland die Ergebnisse der Spurenstoffstrategie des Bundes auf die Region heruntergebrochen. »Hessen leistet hier bundesweite Pionierarbeit«, betonte die Ministerin.

Nach Bickenbach ist Büttelborn mit seinen rund 15 000 Einwohnern die zweite Gemeinde in Hessen, deren Kläranlage in den nächsten Jahren um eine sogenannte vierte Reinigungsstufe erweitert wird. Auch das gehört zur Strategie. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ist diese Reinigungsstufe allerdings schon weitverbreitet.

Ab 2021/22 sollen auch in Hessen so mithilfe von Aktivkohle und Ozon – zunächst im Testbetrieb – Spurenstoffe eliminiert werden. Die Kläranlagen in Langen, Darmstadt, Weiterstadt und Mörfelden-Walldorf sollen etwa zeitgleich mit Bickenbach und Büttelborn folgen, wie Hinz sagte. Die zusätzlichen Kosten bezifferten Fachleute mit acht bis 20 Cent pro Kubikmeter Abwasser. Wie viel mehr die Bürger dafür bezahlen müssen, ist noch unklar.

»Vermeidung ist das Beste und auch am kostengünstigsten«, sagte Hinz. Daher wolle die Landesregierung mit Gewerbetreibenden und Industriebetrieben kooperieren. Die Bürger müssten noch stärker darüber aufgeklärt werden, dass sie keine alten Medikamente – ob flüssig oder fest – in die Toilette werfen. »Die gehören in den Hausmüll.«

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