26. Juni 2019, 22:16 Uhr

Wasser, Äpfel und flimmernde Luft

26. Juni 2019, 22:16 Uhr

Wenn Herr Erdogan auftaucht, sind erfreute Gesichter garantiert. Denn Yüksel Erdogan fährt einen der sechs Getränkewagen, die an diesem Mittwoch auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens unterwegs sind, um die Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste zwischendurch mit Getränken zu versorgen. In acht Behältern mit Zapfhähnen hat er jeweils 7,5 Liter kalte Getränke. »Nach einer Stunde brauche ich schon wieder neuen Nachschub«, sagt er. »Multivitamin ist besonders beliebt.«

Schweißtropfen glitzern auf Yakub Bekers Nacken, während er in kleinen Schlucken einen Becher Wasser trinkt - eine willkommene Pause beim Beladen des A380 der Lufthansa, der um elf Uhr nach New York startet. Eine Stunde haben Beker und seine Kollegen, um Fracht und Passagiergepäck in den Gepäckraum zu verladen. Schatten gibt es nur unter den Flügeln - aber die Arbeit der Männer findet im gleißenden Sonnenschein statt. »Ich arbeite hier seit 28 Jahren, da habe ich schon alles an Wetter erlebt«, meint Beker schulterzuckend. Und die Hitze? »Daran gewöhnt man sich auch. Man muss halt viel trinken.«

Travis Handrick, erst seit sieben Wochen Mitarbeiter der Bodendienste, hat sich noch nicht an solche besonderen Arbeitsbedingungen gewöhnt. »Der Job ist schon an sich anstrengend - und bei dieser Hitze dann ganz besonders«, räumt er ein.

Viel trinken wichtig

Schon am Vormittag strahlt Hitze vom Betonboden. »Da kann man noch mal zehn Grad zu den Thermometerwerten hinzurechnen«, sagt Udo Schuh, Stellenleiter des Abfertigungsbereichs, der auch für den A380 zuständig ist. Trotz der vergangenen Hitzetage seien bisher keine Kreislaufprobleme gemeldet worden. »Aber man merkt schon, dass die Leute einfach langsamer machen müssen.« Nicht nur an Hitzetagen wie diesen, auch mit Blick auf Veränderungen im Zuge des Klimawandels wird bei Fraport darüber nachgedacht, wie die trotz technischer Erleichterungen schwere körperliche Arbeit bei heißem Wetter zu schaffen ist. Kurze Hosen jedenfalls sind verboten - wegen der Arbeitssicherheit. Künftig soll es aber Kappen geben, die auch den Nacken vor der Sonne schützen. Auch UV-beständigere Kleidung sei ein Thema, sagt Schuh.

Ansonsten gilt natürlich auch auf dem Vorfeld: viel trinken. Derzeit werden täglich rund 600 Liter auf jeden der Getränkewagen geladen - einschließlich Suppe. Denn manche ziehen auch bei Temperaturen weit über 30 Grad ein Heißgetränk vor, erzählt Erdogan.

Außerdem werden Wasserkisten ausgegeben - nach Fraport-Angaben derzeit rund 278 pro Tag. Als kleine zusätzliche Erfrischung werden zudem Äpfel ausgegeben, zurzeit mehr als 2500 am Tag.

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