Hessen

Wieder Durchsuchung in Kirtorf

Ein Polizist aus Mittelhessen ist im Rahmen der Ermittlungen zu den Droh-Faxen an die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz vorläufig festgenommen worden. Er sei allerdings am selben Tag wieder freigelassen worden, da keine Haftgründe vorlagen und ein dringender Tatverdacht nicht nachgewiesen werden konnte, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Entlastet sei der Beamte aber auch nicht: »Die Ermittlungen gehen weiter.« Dem Mann würden Bedrohung und Volksverhetzung vorgeworfen. Im Zusammenhang mit der vorläufigen Festnahme kam es nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch zu Durchsuchungen in Kirdorf und in Frankfurt. Dabei seien Unterlagen sichergestellt worden, die nun untersucht würden.
27. Juni 2019, 22:16 Uhr
DPA

Ein Polizist aus Mittelhessen ist im Rahmen der Ermittlungen zu den Droh-Faxen an die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz vorläufig festgenommen worden. Er sei allerdings am selben Tag wieder freigelassen worden, da keine Haftgründe vorlagen und ein dringender Tatverdacht nicht nachgewiesen werden konnte, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Entlastet sei der Beamte aber auch nicht: »Die Ermittlungen gehen weiter.« Dem Mann würden Bedrohung und Volksverhetzung vorgeworfen. Im Zusammenhang mit der vorläufigen Festnahme kam es nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch zu Durchsuchungen in Kirdorf und in Frankfurt. Dabei seien Unterlagen sichergestellt worden, die nun untersucht würden.

Berichte, dass der Mann im Zusammenhang mit der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke Hass-Mails verfasst haben soll, konnte die Sprecherin nicht bestätigen. In verschiedenen Medien hieß es, der 30-jährige Polizist sei seit dem vergangenen Jahr vom Dienst suspendiert. Er soll laut »Zeit« Teil der WhatsApp-Chat-Gruppe gewesen sein, in der sechs Polizisten und eine Zivilistin rund 50 menschenverachtende und rassistische Bilder und Kommentare ausgetauscht haben.

Basay-Yildiz, die im NSU-Prozess Nebenkläger aus den Familien der Opfer der rechtsextremen Mordserie vertrat, hatte im vergangenen Jahr Drohschreiben an ihre Privatadresse erhalten, die mit »NSU 2.0« unterzeichnet waren. Darin wurde ihr und ihren Angehörigen der Tod angedroht.

Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass die persönlichen Daten der Anwältin von einem Computer in der Dienststelle des 1. Polizeireviers in Frankfurt abgerufen worden waren. Auch die Chat-Gruppe mehrerer Beamter wurde entdeckt.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/Hessen-Wieder-Durchsuchung-in-Kirtorf;art189,606988

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