02. Februar 2021, 21:48 Uhr

Beuth räumt ein: Engpass bei Hanauer Notruf

02. Februar 2021, 21:48 Uhr
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Von DPA

- Knapp ein Jahr nach dem rassistisch motivierten Anschlag mit neun Toten in Hanau hat Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) einen Engpass beim Notruf der Hanauer Polizeistation in der Tatnacht eingeräumt. »Es ist richtig, dass die Polizeistation nur eine begrenzte Anzahl von Anrufen in dieser Nacht entgegennehmen konnte«, erklärte der Minister am Dienstag in Wiesbaden. Das gesamte Notrufaufkommen für die Polizeistation Hanau betrage täglich durchschnittlich 80 Anrufe. »Eine Weiterleitung von vielen gleichzeitig eintreffenden Notrufen war zum Zeitpunkt der Tatnacht technisch nicht möglich«, so Beuth. Mit dem Umzug des Polizeipräsidiums Südosthessen in die neue Dienststelle werde eine Zentralisierung aller polizeilichen Notrufe des Zuständigkeitsbereichs in einer Leitstelle realisiert.

Neues Konzept ab Ende des Monats

Dies sei bereits in allen anderen hessischen Polizeipräsidien umgesetzt und im Präsidium Südosthessen als letztes noch verbliebenes Präsidium angestoßen, »aber aufgrund baulicher wie technischer Voraussetzungen noch nicht vollendet worden«, erklärte der Minister. Um sicherzustellen, dass mehr Notrufe in Hanau, aber auch in allen anderen Dienststellen des Präsidiums Südosthessen bei einer »herausragenden polizeilichen Lage« entgegengenommen werden können, sei ein Weiterleitungskonzept an das Polizeipräsidium Frankfurt entwickelt worden, das in diesem Monat fertiggestellt werden solle.

Zuvor hatte die Hanauer Staatsanwaltschaft nach Berichten über einen möglicherweise zum Zeitpunkt des Attentats mangelhaft besetzten Polizeinotruf in der Stadt ein Prüfverfahren eingeleitet. Es gehe um den Vorwurf der Nichterreichbarkeit des polizeilichen Notrufes am Tag des Anschlags, hatte die Behörde mitgeteilt.

Verschlossener Notausgang

Am 19. Februar 2020 hatte ein 43 Jahre alter Deutscher in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Zuvor hatte der Mann Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Nach der Tat soll der 43-Jährige auch seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete.

Zuletzt war bekannt geworden, dass die Hanauer Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit einer möglicherweise verschlossenen Notausgangstür an einem der Tatorte ermittelt. Beuth trat am Dienstag Spekulationen entgegen, die Polizei habe von der verschlossenen Tür gewusst oder dies sogar angeordnet. »Bezüglich der immer wiederkehrenden Behauptung, der Notausgang in der Arena-Bar sei auf polizeiliche Anweisung verschlossen gewesen, stelle ich fest, dass dies nicht den Tatsachen entspricht. Die hessische Polizei würde niemals Anweisungen erteilen, die den Gesetzen zuwiderlaufen«, betonte der Minister. dpa



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