21. Dezember 2020, 21:57 Uhr

Corona bestimmt auch Weihnachtsfest der Spitzenpolitiker

21. Dezember 2020, 21:57 Uhr
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Von DPA
Erzählen über ihr Weihnachtsfest 2020: Die Bilder zeigen Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), in der oberen Reihe v. r.: Justizministerin Eva Kühne-Hörrmann (CDU), Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne), die SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser und in der unteren Reihe v. r. Kultusminister Alexander Lorz (CDU), Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). FOTOS: DPA

Wiesbaden - Ein festlich geschmückter Baum, Gottesdienst und Spaziergänge - bei Hessens Politikern wird an Weihnachten Tradition meist großgeschrieben. In diesem Jahr steht allerdings alles im Zeichen der Corona-Pandemie. Die Feiern dürfen ausschließlich im Kreis der engsten Angehörigen stattfinden. Das gilt auch für die Spitzenpolitiker.

Wegen Corona kann etwa die aus vier Generationen bestehende Großfamilie von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erstmals nicht zusammenkommen, wie sein Sprecher mitteilte. Traditionell werde die Weihnachtsgeschichte gelesen und der jüngste Sohn schmücke den Baum. Für das neue Jahr hat sich der Ministerpräsident vorgenommen, weiterhin »mit aller Kraft für unser Land zu arbeiten«.

Damit Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) Weihnachten zusammen mit seiner Mutter, seiner Tante und seinem Onkel verbringen kann, werde sich seine Familie ab diesem Wochenende isolieren und er von zu Hause aus arbeiten, erklärte der Minister. Nach diesem anstrengenden Jahr freue er sich auf ein paar ruhigere Tage. Zu einem festlichen Abend gehört Al-Wazir zufolge ein gutes Essen: In diesem Jahr möchte sich die Familie an einem jemenitischen Lamm-Reis-Gericht versuchen. Für Silvester habe er sich vorgenommen, kleine Pappschachteln zu basteln, in die er Zettel mit bestimmten Ereignissen des Jahres 2020 legt, um diese dann symbolisch zu zerstören, erklärte der Wirtschaftsminister. »Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Seuchenjahr.«

Baumschmücken steht ganz oben

Der alljährliche Weihnachtsurlaub in den Bergen, die wichtigste Tradition von Nancy Faeser (SPD), fällt nach eigenen Angaben in diesem Jahr aus. Die hessische SPD-Chefin und Fraktionsvorsitzende wünscht sich für 2021, »dass wir gemeinsam mit Vernunft und Solidarität die Corona-Pandemie in den Griff bekommen«. Den Baum schmücke die Familie gemeinsam, ansonsten werde weitgehend improvisiert.

Kein Urlaub und keine große Familienfeier: Seine Weihnachtsstimmung sei gedämpft, teilte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) mit. Dennoch werde er so gut es geht feiern, »aber natürlich im engsten Familienkreis«. Beim Schmücken des Baums hofft Lorz nach eigenen Worten erstmals auf die Hilfe seiner vierjährigen Tochter. Für 2021 wünsche er sich, das Wort Corona nicht mehr permanent hören zu müssen, erklärte Lorz.

Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die ungezwungenen Momente bei diesem Weihnachtsfest seltener sein werden. »Vermutlich werden wir im Corona-Kabinett der Landesregierung weiterhin regelmäßig digital zusammenkommen, sodass das Abschalten schwerfallen wird.« Trotz der Umstände wolle er an Heiligabend versuchen, wenigstens ein paar Dinge so zu machen wie immer, erzählte der Minister. »Gemeinsames Baumschmücken und Zubereiten des Abendessens und danach ein gutes Glas Wein.« Auf den Gang zur Kirche werde er wegen Corona erstmals verzichten und auch beim Thema Geschenke habe er sich in diesem Jahr »nur sehr eingeschränkt einbringen können«. Er sei gespannt, welche Ausrede ihm im nächsten Jahr einfallen werde.

Spaziergang mit den Eltern

Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) trifft ihre Eltern dieses Weihnachten nach eigenen Angaben erstmals nur zu einem Spaziergang im Freien. Die eigentlich geplante größere Familienfeier sei abgesagt worden. Beim Essen stehe nicht der Aufwand, sondern die gemeinsame Zubereitung im Vordergrund. Den Baum schmücken Dorn zufolge ihre Kinder - was auch bedeute: »Abends, wenn sie im Bett sind, sorge ich dafür, dass die oberen Zweige auch etwas abbekommen und das Ungleichgewicht zu den vielen Anhängern unten im Baum ausgeglichen wird.«

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) zufolge ist die Weihnachtsbotschaft in diesem Jahr wichtiger denn je. »Dass es einen Impfstoff gibt, ist ein großartiges Geschenk für uns alle.« Anstatt in die Kirche zu gehen, werde sie mit ihrer Familie in diesem Jahr an einer digitalen Weihnachtsmesse teilnehmen. Für das neue Jahr wünscht sich die Ministerin, »dass wir bald durch die Pandemie kommen und alle möglichst schnell geimpft werden können«. dpa



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