11. Mai 2022, 19:23 Uhr

Damit Kriegsgeflüchtete nicht abgezockt werden

11. Mai 2022, 19:23 Uhr
Viele Verbraucherfallen: Die Verbraucherzentrale berät Menschen aus der Ukraine in Alltagsfragen. FOTO: DPA

Wiesbaden/Frankfurt - Abzocke? Rechte als (Neu-)Kunde? Verkaufsversuche von Vertretern und versteckte Vertragsfallen? Die Möglichkeiten und Tücken einer Versicherung? Auch kriegsgeflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer haben hier Informationsbedarf und sind nicht davor gefeit, von dubiosen Anbietern und mithilfe diverser Betrugsmaschen über den Tisch gezogen zu werden. Das kann im Zweifelsfall teuer werden und einen Rattenschwanz an Schwierigkeiten nach sich ziehen.

Um dem möglichst im Vorfeld einen Riegel vorzuschieben oder zu helfen, wenn Probleme aufgetreten sind, bieten die Verbraucherzentralen Informationen und Beratung zu verbraucherrechtlichen Themen an, so auch die Verbraucherzentrale Hessen. Unter der Überschrift »Verbraucherkompetenz für Flüchtlinge: Gewusst wie - fit für den Konsumalltag« hat sie auf ihrer Homepage vielfältige Tipps für Flüchtlinge und Menschen, die sie unterstützen, zusammengestellt. Zunächst grundsätzliche Infos auch in ukrainischer Sprache zur Ankunft und zum Aufenthalt in Hessen, den Informations- und Kontaktstellen, Unterkunft und Registrierung, Mobilität mit Bus und Bahn. Vor allem gibt es aber Beiträge von Versicherung bis Gesundheit, darunter auch fünf Checklisten, was bei der ersten Wohnung beachtet werden sollte und was beim Abschluss von Versicherungen oder bei der Kontoeröffnung.

Es geht auch um Telefonverträge und Handytarife, Einkäufe im Geschäft, im Internet oder am Telefon, Mahnungen und Inkassoforderungen, Internetbestellungen, Rechnungen ohne vorherigen Kauf, Verträge mit einem Energieversorger, Bankkonten in Deutschland und Überweisungen ins Ausland.

Interessierte können in die nächstgelegene Beratungsstelle kommen, sich über Video oder Telefon beraten lassen. Für Geflüchtete, die sich weniger als drei Jahre in Deutschland aufhalten, sind die Beratungen kostenlos. Eine Übersetzung durch Telefon-Dolmetscher ist möglich. Vor der Beratung muss ein Termin telefonisch unter 069/972010900 oder in den Beratungsstellen vereinbart werden.

Vorträge vor Ort mit Fragemöglichkeit

Ein besonderer Service sind Info-Veranstaltungen der Hessischen Verbraucherzentrale für Geflüchtete und Helfende in der Flüchtlingsarbeit - zur besseren Orientierung in unserer Gesellschaft, um zu vermeiden, in Verbraucherfallen zu tappen. Gedacht sind diese Veranstaltungen für Gruppen in Gemeinschaftsunterkünften, Integrationskursen, Sprach- oder Begegnungscafés und ähnlichen Formaten. Zielgruppe dabei sind Flüchtlingshelfer und -helferinnen, Multiplikatoren in der Geflüchtetenhilfe und Geflüchtete selbst. Eine Übersetzung durch Dolmetscher ist dabei möglich.

Das Angebot gibt es als Online- oder Präsenzveranstaltung, ein Vortrag dauert jeweils etwa 90 Minuten. Im Anschluss haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Das Angebot ist kostenfrei. Kontakt unter: projekt-fluechtlinge@verbraucherzentrale-hessen.de. Telefon: 069/97201083. Annette Spiller



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos