17. Mai 2021, 21:06 Uhr

Erste Erleichterungen greifen

Die dritte Corona-Welle scheint überstanden. Nun werden auch in den ersten hessischen Kreisen und Städten die bislang strengen Corona-Regeln wieder gelockert. Im Freien kann in einer Kneipe auch mal ein Bier, in einem Café ein Cappuccino getrunken werden. Auch im Vogelsbergkreis und in der Wetterau gelten seit gestern leichtere Vorgaben.
17. Mai 2021, 21:06 Uhr
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Von DPA
Endlich: In fünf hessischen Landkreisen sowie der Stadt Darmstadt wurden gestern die Corona-Regeln deutlich gelockert. So dürfen etwa Cafés und Restaurants ihre Außenbereiche unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen. FOTO: DPA

In fünf hessischen Landkreisen und der Stadt Darmstadt wurden gestern die Corona-Beschränkungen gelockert. So dürfen etwa Cafés und Restaurants ihre Außenbereiche unter Auflagen wieder öffnen. Gäste müssen einen negativen Schnelltest oder einen Nachweis über einen vollständigen Impfschutz vorlegen.

In den Kreisen Rheingau-Taunus, Darmstadt-Dieburg, Hochtaunus, Vogelsberg und Wetterau sowie in Darmstadt greift die Bundes-Notbremse nach einer Auflistung des Landes Hessen nicht mehr, weil die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen über mehrere Tage hinweg unter dem Wert von 100 gelegen hat. Damit gelten unter anderem auch keine nächtlichen Ausgangsbeschränkungen mehr.

Zoo und Museum unter Auflagen

Das Land Hessen hat einen Zwei-Stufen-Plan für Lockerungen beschlossen. Zunächst gilt Stufe 1, bei der etwa die Schulklassen 1 bis 6 sowie Abschlussklassen wieder in Präsenz unterrichtet werden können. Für die Klassen 7 bis 11 ist Wechselunterricht vorgesehen. In den Kitas beginnt der Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Zoos und Museen dürfen unter Auflagen wieder öffnen, auch Tourismus ist wieder unter bestimmten Bedingungen möglich. Fitnessstudios können nach vorheriger Anmeldung und Negativ-Test besucht werden. Hierfür können nach Angaben des Sozialministeriums auch die zugelassenen Selbsttests aus Supermärkten oder Drogerien benutzt werden, wenn sie vor Ort und unter Aufsicht von Verantwortlichen stattfinden.

Die zweite Stufe sieht weitere Lockerungen vor. Voraussetzung ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz an 14 Tagen in Folge unter 100 oder an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 50 liegt. Dann wird beispielsweise für Gäste in Außenbereichen der Gastronomie nur noch ein Test empfohlen, er ist aber nicht mehr verpflichtend. Außerdem dürfen Gaststätten auch innen wieder aufmachen, für den Innenbereich gilt aber weiterhin eine Testpflicht. Auch Schwimmbäder können dann öffnen, Mannschaftssport ist wieder unter Auflagen möglich.

Nach der Auflistung des Landes Hessen gelten derzeit aber noch für 20 Kreise und kreisfreie Städte keine Lockerungen nach dem Zwei-Stufen-Plan, weil die Bedingungen noch nicht erfüllt sind. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen in Hessen ist nach Daten des Robert- Koch-Instituts gestern auf 92,6 gesunken (Stand 3.11 Uhr). Mit diesem Wert wird die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner an sieben aufeinanderfolgenden Tagen erfasst. Binnen 24 Stunden waren in Hessen 307 neue Infektionen registriert worden. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind, erhöhte sich um sieben Todesfälle auf 7135 in Hessen. Seit Beginn der Pandemie wurden in Hessen 279 342 Corona-Infektionen erfasst.

Hoffnung auf Präsenz-Uni

Unterdessen macht Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) den hessischen Studierenden Hoffnung auf wieder mehr Präsenzveranstaltungen in den Hochschulen. Das werde schrittweise und in enger Abstimmung mit den Hochschulen geschehen, um keine vierte Welle in der Corona-Pandemie anzustoßen, sagte Dorn gestern vor der Presse in Wiesbaden. Sie höre aber bereits von entsprechenden Planungen einiger Hochschulen für das bevorstehende Sommersemester. Über das Wintersemester sei noch nicht gesprochen worden.

Die Öffnungsschritte für das Sommersemester hängen von der jeweiligen Infektionslage ab, erklärte die Wissenschaftsministerin. Dabei solle der Fokus auf die Studierenden gelegt werden, »die eine Hochschule noch zu wenig von innen gesehen haben«, betonte die Grünen-Politikerin - und nannte etwa die Erst- bis Drittsemester.

Die Wissenschaftsministerin betonte, dass durch den Hochschulpakt mit einem Volumen von rund 11,2 Milliarden Euro für die Jahre 2021 bis 2025, das aufgestockte Hochschulbauprogramm Heureka (1,7 Milliarden bis 2031), den Digitalpakt Hochschulen (112 Millionen bis 2024) und das Forschungsförderungsprogramm LOEWE verlässlich Planungssicherheit herrsche.

Das bestätigte auch die Vorsitzende der Konferenz hessischer Universitätspräsidien, Tanja Brühl. Die Präsidentin der Technischen Universität Darmstadt betonte aber, dass die Hochschulen auch Beinfreiheit für die Umsetzung benötigten. Wissenschaftsministerin Dorn will heute im Wiesbadener Landtag in einer Regierungserklärung die hessische Hochschulstrategie vorstellen.



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