05. April 2021, 19:16 Uhr

GdP fordert Umdenken

05. April 2021, 19:16 Uhr

Wiesbaden - Die Gewerkschaft der Polizei hat ein Umdenken bei der Impfstrategie für die hessische Polizei gefordert. Derzeit bestehe eine »Zwei-Klassen-Gesellschaft«, kritisierte der neue GdP-Landesvorsitzende Jens Mohrherr in einem offenen Brief an Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). Hintergrund ist demnach eine Einteilung der Beschäftigten nach Vorgaben des Landespolizeipräsidiums in eine Zielgruppe 1, die priorisiert geimpft werde, und eine Zielgruppe 2, die »hinten anstehen« müsse. Das Innenministerium verwies in einer Stellungnahme auf die nur begrenzte Impfstoff-Verfügbarkeit.

Laut GdP werden Beschäftigte aus der zweiten Gruppe ebenso wie ihre Kollegen aus der Zielgruppe 1 häufig in vorderster Reihe bei polizeilichen Tätigkeiten eingesetzt, etwa bei Demonstrationen oder Verkehrskontrollen, so Mohrherr. So komme es dazu, dass Beschäftigte aus der nicht geimpften Gruppe neben geimpften Kollegen aus der Zielgruppe 1 Dienst versähen - in der gleichen Tätigkeit. Diese Beschäftigten verlören »zunehmend das Vertrauen in die politische Verantwortung«, so Mohrherr.

Vom Ministerium hieß es, aktuell sei noch immer die begrenzte Verfügbarkeit von Impfstoff »der alles bestimmende Faktor für den Impffortschritt«. Die Impf-Reihenfolge sei in der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt, die sich an den Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert-Koch-Institut (RKI) orientiere. Die Zuordnung in die in der Coronavirus-Impfverordnung festgelegten Priorisierungsgruppen erfolge für Polizei- und Einsatzkräfte tätigkeitsbezogen. dpa

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