Hessen

Herzschäden nach Corona-Infektion?

- Eine aktuelle Corona-Studie an der Uni-Klinik Frankfurt gibt Anlass zur Sorge. In einer Untersuchung hat die Forscherin Valentina Puntmann zusammen mit ihren Kollegen Menschen untersucht, die eine Ansteckung mit dem Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst, bereits hinter sich hatten. Die Bilder der Magnetresonanztomografie (MRT) zeigten: Das Virus kann sich auf die Gesundheit des Herzens auswirken, und das drastisch. Und noch besorgniserregender: Das könnte unabhängig davon sein, wie schwer man an Corona erkrankt.
08. Dezember 2020, 20:52 Uhr
Redaktion
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Auch bei Menschen ohne Symptome kann eine Corona-Infektion laut einer Studie der Frankfurter Uni-Klinik unter Umständen Konsequenzen für das Herz haben. SYMBOLFOTO: DPA

- Eine aktuelle Corona-Studie an der Uni-Klinik Frankfurt gibt Anlass zur Sorge. In einer Untersuchung hat die Forscherin Valentina Puntmann zusammen mit ihren Kollegen Menschen untersucht, die eine Ansteckung mit dem Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst, bereits hinter sich hatten. Die Bilder der Magnetresonanztomografie (MRT) zeigten: Das Virus kann sich auf die Gesundheit des Herzens auswirken, und das drastisch. Und noch besorgniserregender: Das könnte unabhängig davon sein, wie schwer man an Corona erkrankt.

100 Patienten im MRT untersucht

Für die Corona-Studie an der Uni-Klinik Frankfurt lud die Forscherin zusammen mit ihren Kollegen insgesamt 53 Männer und 47 Frauen in ihr Labor ein. Durchschnittlich waren die Probanden 49 Jahre alt. Sie alle verband ein Faktor: Sie hatten jüngst eine Infektion mit dem Coronavirus hinter sich. Die Informationen darüber gewannen die Forscher aus der Datenbank der Uni-Klinik Frankfurt. 36 Prozent dieser Menschen klagten auch nach überstandener Infektion mit dem Virus noch über Erschöpfung und Kurzatmigkeit.

Auffälligkeiten auch bei mildem Verlauf

Bei allen Studienteilnehmern in Frankfurt untersuchten die Wissenschaftler mithilfe des MRT die Herzen auf Schäden. Die Corona-Studie der Forscher zeigte, dass 78 Prozent der Versuchsteilnehmer Auffälligkeiten an ihrem Herz hatten. Bei 60 Prozent der Teilnehmer erfassten die Wissenschaftler bei ihrer Untersuchung sogar eine Herzmuskelentzündung. Die genannten Auffälligkeiten wurden ermittelt, obwohl die Infektion der Patienten bereits zwischen 64 und 92 Tage zurücklag und keine Vorerkrankungen oder besonderen Belastungen bekannt waren.

Besonders beunruhigend ist außerdem die Erkenntnis, dass die festgestellten Auffälligkeiten an den Herzen der Probanden unabhängig davon waren, wie stark jemand an Covid-19 erkrankt war. Bei den 100 untersuchten Menschen hatten sich 67 Personen nach ihrer Infektion mit dem Coronavirus einfach zu Hause auskuriert, 18 von ihnen hatten keine Symptome und 49 lediglich einen moderaten Krankheitsverlauf.

Damit zeigt sich anhand der Analyse, dass eine Infektion mit dem Coronavirus bei Infizierten zu Herzschäden führen kann, auch wenn die Krankheit milde verläuft. Wie sich die Herz-Gesundheit der Studienteilnehmer in Frankfurt langfristig entwickelt, kann die Corona-Studie nicht beantworten. Bisher ist in der Forschung wenig über eventuelle Langzeitfolgen einer Ansteckung bekannt. Sophia Lother

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/herzschaeden-nach-corona-infektion;art189,715839

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