17. Januar 2021, 18:27 Uhr

Kritik an langen Wegen

17. Januar 2021, 18:27 Uhr

Wiesbaden - Am morgigen Dienstag sollen die ersten sechs Impfzentren im Land öffnen - zunächst für Menschen in der höchsten Priorisierungsgruppe. Das sind überwiegend Männer und Frauen im Alter von über 80.

? Welche Impfzentren machen auf?

Im ersten Schritt öffnen die Impfzentren Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Dort stehen laut Innenministerium insgesamt rund 60 000 Termine für den Zeitraum bis 8. Februar für die Erstimpfung zur Verfügung. Dies ergebe sich aus den vom Bund zugesagten Impfstofflieferungen für die kommenden drei Wochen, erklärte ein Sprecher.

? Warum öffnen nicht alle 28 Impfzentren?

»Eine gleichzeitige Öffnung aller Impfzentren ist aufgrund der beschränkten Impfstofflieferungen nicht möglich«, erklärte ein Sprecher. Es sei aber perspektivisch eine Frage von nur wenigen Wochen, bis alle Impfzentren öffnen können. Menschen, die eine Fahrt zum Impfzentrum nicht privat organisieren können, könnten sich die Fahrtkosten über die Krankenkasse oder das Land Hessen erstatten lassen.

? Die Kommunen wünschen sich mehr offene Impfzentren - mit welchen Argumenten?

Kommunalpolitiker bemängeln, dass den impfwilligen Senioren durch die Vergabe der Termine in nur sechs Zentren lange Wege zugemutet würden - und das, obwohl die regionalen Zentren teils schon vor Weihnachten bereitstanden.

? Wie bringen die Kommunen ihren Protest zum Ausdruck?

Neben dem Landrat des Main-Kinzig-Kreises unterstützt auch der Hanauer Oberbürgermeister eine Online-Petition des Limburger Stadtverordneten Robert Kleinmichel (alle SPD) an die Landesregierung, in der die Öffnung der regionalen Impfzentren gefordert wird. »Lange Fahrtwege werden sich aller Voraussicht nach negativ auf die Impfbereitschaft auswirken. Darunter werden am Ende alle Hessen zu leiden haben«, heißt es darin. Bis zum Freitagnachmittag hatten rund 5700 Unterstützer die Petition unterzeichnet.

? Wer ist als erstes mit den Impfungen im Impfzentrum dran?

Mehr als 400 000 Menschen in Hessen, die 80 Jahre und älter sind, kommen zunächst für einen Impftermin in Frage. Bisher zeigt sich laut Innenministerium eine hohe Impfbereitschaft bei den Bewohnern der Alten- und Pflegeheime, die von mobilen Impfteams besucht wurden. »Es wird erwartet, dass die Altersgruppe der über 80-Jährigen eine ähnliche Resonanz zeigt.« Wie lange es dauert, alle Impfwilligen in der Gruppe der ersten Priorität zu impfen, sei noch nicht zuverlässig zu sagen«, sagte ein Ministeriumssprecher.

? Wie ist die Terminvergabe geregelt?

Die Anmeldung ist über zwei Wege möglich: Telefonisch über die Hotline 116 117 oder online über die Internetseite impfterminservice.de. Für die Impfzentren Gießen und Fulda sind derzeit alle Termine vergeben.

? Ist die Vergabe von Terminen reibungslos gestartet?

Nein. Massive Störungen des Buchungssystems wegen des großen Ansturms sorgten bei Patienten und Angehörigen für Frust. Laut Innenministerium wurden die technischen Probleme im Laufe der Woche behoben. Sobald 60 000 Menschen in Hessen im Alter von über 80 Jahren ihre Termine vereinbart haben, können bis auf Weiteres keine Termine mehr gebucht werden.

? Wie ist die wichtige zweite Impfung geregelt?

Die Zweitimpfung erfolgt im selben Impfzentrum wie die Erstimpfung, in der Regel drei Wochen später. Termine werden bei der Anmeldung gleich mit vereinbart.

? Wer kommt in der nächsten Priorisierungsgruppe dran?

Nach den Über-80-Jährigen haben überwiegend Menschen im Alter von mehr als 70 Jahren höchste Priorität. Zu dieser Gruppe zählen außerdem enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Senioren und Menschen mit bestimmten Behinderungen oder Vorerkrankungen. Der Start in dieser Priorisierungsgruppe hängt laut Ministerium von der Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffs ab. Dazu könne noch keine valide Aussage getroffen werden. Die Herdenimmunität werde erreicht, wenn 60 Prozent der Hessen geimpft sind. Das sind rund 3,8 Millionen.

? Wie wird der Impfstoff an die Zentren verteilt?

Von den wöchentlich zugesagten 49000 Dosen wird die Hälfte sicher gelagert. 20000 gehen pro Woche an die Impfzentren und etwas weniger als 5000 Dosen werden weiterhin in Alten- und Pflegeheimen sowie den besonders belasteten Klinken eingesetzt, wie das Ministerium erläuterte.

? Darf man sich aussuchen, welchen Impfstoff man bekommt?

Eine Wahlmöglichkeit für die Impfung könnte sich laut Innenministerium erst ergeben, wenn eine ausreichende Menge an verschiedenen Impfstoffen zur Verfügung steht. DPA

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