Hessen

Nachfrage nach Bürgertests geringer

Frankfurt/Wiesbaden - Ob in leer stehenden Läden oder in Zelten: Im Frühjahr poppten an zahlreichen Ecken in Hessen Corona-Testzentren auf. Davor bildeten sich, ebenso wie vor Apotheken mit Testangebot, häufig lange Schlangen. Schließlich war der negative Test eine Art Freischein für das Abendessen auf der Restaurant-Terrasse oder eine Shopping-Tour.
23. Juni 2021, 21:32 Uhr
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Vor wenigen Wochen noch war der Andrang vor den Testzentren teils hoch. FOTO: DPA

Frankfurt/Wiesbaden - Ob in leer stehenden Läden oder in Zelten: Im Frühjahr poppten an zahlreichen Ecken in Hessen Corona-Testzentren auf. Davor bildeten sich, ebenso wie vor Apotheken mit Testangebot, häufig lange Schlangen. Schließlich war der negative Test eine Art Freischein für das Abendessen auf der Restaurant-Terrasse oder eine Shopping-Tour.

Doch inzwischen sind die Infektionszahlen so niedrig, dass Lockerungen greifen und vieles auch wieder ohne Test möglich ist. Zugleich wächst die Zahl der komplett Geimpften. Werden beispielsweise die Apotheken nun ihr Angebot herunterfahren? »Viele Apotheken berichten uns, dass die Nachfrage zurückgegangen ist. Damit fragen sich sicher viele, ob sie den Aufwand weiterbetreiben wollen«, teilt Katja Förster vom hessischen Apothekerverband in Offenbach mit.

Die Apotheken gehören neben privaten Firmen und staatlichen Institutionen zu den wichtigsten Teststellen-Betreibern. Auf der Internetseite www.corona-test-hessen.de sind derzeit über 1250 Bürgerteststellen verzeichnet. Da jedoch keine Verpflichtung besteht, sich auf der Seite zu registrieren, ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl höher liegt. Dem Hessischen Sozialministerium liegen nach eigenen Angaben einzelne Meldungen über Schließungen vor. Aber auch hier gebe es keine Mitteilungspflicht.

Auch die Apothekenkammer geht davon aus, dass das Testangebot zurückgeht. Dafür gebe es auch wirtschaftliche Gründe, sagt Präsidentin Ursula Funke in Wiesbaden. »Inzwischen gibt es weniger Geld und das ist sicher für viele nicht rentabel. Ursprünglich bekamen die Apotheken wie alle anderen Anbieter bis zu 18 Euro pro Antigentest, nun zahlt der Bund nur noch bis zu 12,50 Euro.

Der Arbeiter-Samariter-Bund betreibt gleich mehrere Teststellen in und um Frankfurt. Wenn es jetzt weniger Geld gibt, dann ist das für uns ein Problem, sagt ASB-Bereichsleiter Christian Albrecht. Anders als in Apotheken, seien extra Räume bezogen worden. Dennoch wolle der ASB seine Teststellen weiter offenhalten: »Wir haben als Hilfsorganisiton auch einen sozialen Auftrag«, sagt Albrecht. Laut seinen Schätzungen ist die Nachfrage für die Bürgertest etwa um zwei Drittel eingebrochen. Bei den kostenpflichtigen PCR-Test habe das Interesse dagegen zuletzt etwas zugenommen, etwa als Nachweis für Flugreisen. dpa

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