30. Juni 2021, 20:23 Uhr

Positive Stimmung setzt sich fort

30. Juni 2021, 20:23 Uhr
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Aus der Redaktion

Nürnberg/Frankfurt/Gießen - Auf dem Weg aus der Corona-Pandemie ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland so stark gesunken wie seit zehn Jahren nicht mehr in einem Juni. Im Vergleich zum Mai sank die Zahl der Menschen ohne Job deutlich um 73 000 auf 2,614 Millionen, teilte die Bundesagentur für Arbeit gestern in Nürnberg mit. Das sind 239 000 Arbeitslose weniger als im Juni 2020. Die Arbeitslosenquote sank bundesweit im Vergleich zum Mai um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich sogar ein Minus von 0,5 Punkten.

Von den 2,614 Millionen Arbeitslosen gehen noch 400 000 auf das Konto der Corona-Pandemie. In Spitzenzeiten waren es 650 000. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, glaubt, dass entweder mit dem Herbstaufschwung 2023 oder mit dem Frühjahrsbelebung 2024 auch dieser Sockel abgebaut sein wird.

Bei der Kurzarbeit habe sich ein spürbarer Rückgang ergeben. In der Zeit vom 1. bis 24. Juni habe es lediglich noch neue Anzeigen für 59 000 Personen gegeben. Meist wird für weniger Personen Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch genommen als angezeigt.

Wetterau meldet stärksten Rückgang

Auch auf Hessens Arbeitsmarkt geht es nach der Corona-Flaute aufwärts. Im Juni registrierten die Arbeitsagenturen den fünften Monat in Folge eine niedrigere Zahl von Arbeitslosen als im Monat zuvor, berichtete die Regionaldirektion Hessen gestern in Frankfurt. Zum Stichtag am 14. Juni waren 177 682 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren rund 4300 Menschen weniger als im Mai und 19 400 weniger als im coronageprägten Vorjahresmonat. Die landesweite Arbeitslosenquote sank um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent.

»Der hessische Arbeitsmarkt befindet sich in einem deutlichen Aufholprozess und ist auf einem guten Weg, das Vorkrisenniveau zu erreichen«, erklärte Direktionschef Frank Martin. Noch hätten sich aber nicht alle Branchen erholt. »Gastronomie, Verarbeitendes Gewerbe, die Luftfahrt und einige Dienstleistungsbranchen leiden immer noch unter den Auswirkungen der Pandemie«.

Frohe Botschaften gibt es auch aus der Region: Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen, zu der der Landkreis Gießen, der Vogelsberg- und der Wetteraukreis gehören, ist die Zahl der Arbeitslosen insgesamt im Vergleich zum Vormonat ebenfalls erneut gesunken. 17 631 Menschen waren im Juni im Bezirk arbeitslos gemeldet, 435 weniger als noch im Mai. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und lag danach bei 4,7 Prozent. Im Juni des Vorjahres waren 2098 Menschen mehr registriert. Die Quote betrug damals 5,3 Prozent. Der stärkste Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen wurde im Wetteraukreis verzeichnet.

Gute Entwicklung bei junge Leuten

»Um von einer nachhaltigen Erholung auf dem Arbeitsmarkt zu sprechen, ist es definitiv noch zu früh, aber die positive Stimmung setzt sich fort«, kommentiert Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die neusten Zahlen. Sehr erfreulich sei die Entwicklung bei den jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren. Hier sank die Zahl der erwerbslosen jungen Leute um 4,0 Prozent: »Offensichtlich gelingt es ihnen, die positive Entwicklung für sich zu nutzen«, lobt Schäfer. Die Situation bei einer Vielzahl von Betrieben sei zwar weiterhin angespannt, dennoch gäben die gestiegenen Stellenzugänge einen Hinweis darauf, dass Arbeitgeber leicht optimistisch in die Zukunft blickten. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen bei fast allen Personengruppen. Mit einem Plus von rund 33 Prozent bildete die Gruppe der Langzeitarbeitslosen allerdings die Ausnahme. Im Mai haben 2534 kurzarbeitende Betriebe im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen einen Antrag auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld gestellt und auch bewilligt bekommen. Das waren 228 betroffene Betriebe weniger als im Vormonat Mai.

Im Kreis Gießen waren im Juni insgesamt 8236 Menschen erwerbslos gemeldet, 187 Arbeitslose weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf nun 5,6 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 6,2 Prozent. Damals waren 927 Menschen mehr registriert.

Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat um 199 Personen auf jetzt 7302 gesunken. Die Quote liegt mit 4,3 Prozent, 0,1 Prozentpunkt niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren jetzt 859 Erwerbslose weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,8 Prozent.

Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen auch im Juni weiter gesunken. 2093 Personen waren arbeitslos gemeldet, 49 Personen weniger als noch im Mai. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 und liegt nun bei 3,6 Prozent. Im Juni 2020 waren 312 Erwerbslose mehr gemeldet. Damals wurde eine Quote von 4,1 Prozent verzeichnet. dpa/pi/pm



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