04. August 2021, 20:57 Uhr

Präsenzlehre möglichst wieder Regelfall

04. August 2021, 20:57 Uhr
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Zurück an die Uni - aber sicher nicht zu den gewohnten Bedingungen. ARCHIVFOTO: DPA

Wiesbaden - Hessen will seinen Studentinnen und Studenten im kommenden Wintersemester so viel Präsenzunterricht ermöglichen, wie angesichts der Corona-Pandemie vertretbar ist. Das kündigte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) gestern in Wiesbaden an. Damit Präsenzlehre wieder möglichst zum Regelfall wird, sei mit den Hochschulen ein Konzept entwickelt worden - mit Fokus auf Seminare und Übungen.

Auch das studentische Leben solle sich wieder stärker auf dem Campus entfalten können, »denn ein Studium ist so viel mehr als der Blick auf die Kacheln einer Videokonferenz«, erklärte Dorn. Wichtige Voraussetzung sei der weitere Impffortschritt. »Es wird erwartet, dass zum Beginn des Wintersemesters alle Impfwilligen und damit auch alle Studierenden ein Impfangebot erhalten haben.«

In einem Schreiben seien alle Studierenden ermutigt worden, freie Kapazitäten in Impfzentren und Arztpraxen zu nutzen und sich impfen zu lassen. Damit auch ausländische Studierende geimpft werden können, stelle das Land den Hochschulen ab September 2021 mindestens 8500 Dosen des Impfstoffs der Firma Johnson & Johnson bereit.

Das Corona-Konzept sieht den Angaben zufolge unter anderem eine Unterstützung Studierender vor, die ihr Hochschulstudium bislang vollständig oder weitestgehend unter den Ausnahmebedingungen der Covid-19-Pandemie verbracht haben oder die sich in der Abschlussphase befinden. Abhängig vom Impffortschritt bleiben Corona-Tests ein wichtiges Instrument.

Kritik an Angebot für Kinder

Mit scharfer Kritik hat unterdessen die Landesärztekammer Hessen auf die geplanten zusätzlichen Corona-Impfmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren reagiert. »Dass die Politik nicht auf den Rat eines von ihr eingesetzten Expertengremiums hört, ist absolut unverständlich«, erklärte der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Edgar Pinkowski, gestern. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfehle die Schutzimpfung nicht generell für Minderjährige, sondern nur für Kinder ab zwölf Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen oder gefährdeten Haushaltsangehörigen. Für eine generelle Empfehlung beurteile die Stiko die Datenlage derzeit noch als mangelhaft. Darüber setze sich die Gesundheitsministerkonferenz als »Laienspieltruppe auf medizinischem Feld« hinweg. Die Entscheidung des Landes Hessen, diesen Beschluss 1:1 umzusetzen, sei zutiefst bedauerlich, erklärte Pinkowski.

Unterdessen belastet die Corona-Pandemie die Finanzen in Hessen. 2019 hatte das Land erstmals mit einem ausgeglichenen Ergebnis abgeschlossen - für 2020 lautet das Jahresergebnis hingegen minus 6,3 Milliarden Euro. »Die Verschlechterung 2020 im Vergleich zum Vorjahr ist vor allen Dingen auf die negativen Folgen der Corona-Pandemie und damit unter anderem auch auf geringere Steuereinnahmen zurückzuführen«, sagte dazu Finanzminister Michael Boddenberg. dpa



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