14. Mai 2021, 21:31 Uhr

Steinmeier warnt vor Spaltung

14. Mai 2021, 21:31 Uhr
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Von DPA

Berlin/Frankfurt - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hofft anlässlich der Eröffnung des 3. Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt auf ein »Signal des Aufbruchs«. Engagierte Christen würden gebraucht, um gegen zunehmende Spaltungstendenzen in der Gesellschaft anzugehen, sagte er am Freitagabend bei der Festveranstaltung. Der Kirchentag unter dem Motto »Schaut hin« hatte bereits am Donnerstag mit einem Eröffnungsgottesdienst begonnen. »Ich sehe mit Sorge, dass die Auseinandersetzungen in unserem Land mit immer größerer Erbitterung geführt werden. Dass Familien im Streit zerbrechen, Freundschaften auseinandergehen; dass Räume des Dialogs ersetzt werden durch Filterblasen, in denen Hass und Hetze gedeihen«, sagte der Bundespräsident.

Der Kirchentag finde angesichts der Corona-Pandemie in einer für die Kirchen schwierigen Zeit statt, sagte Steinmeier mit Blick auf eingeschränkte Gottesdienste ohne Gemeindegesang.

Es müsse aber auch kritisch gefragt werden, wo die Kirchen selbst zum Prozess der Entfremdung beitrügen. »Zuvorderst nenne ich da die quälend langsame Aufdeckung und Aufarbeitung abscheulicher Verbrechen an den Schwächsten unter uns, an Kindern und Jugendlichen. Verbrechen, die in den Kirchen lange Zeit vergessen oder verschwiegen wurden.«

Die beiden Präsidenten - Bettina Limperg für den Evangelischen Kirchentag und Thomas Sternberg für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken - zeigten sich erleichtert, dass der Kirchentag trotz Pandemie und Einschränkungen beginnen konnte. Der Kirchentag war am Freitag vom interreligiösen Dialog zwischen Christen, Juden und Muslimen bestimmt gewesen. Eine besondere Rolle nahm der Kampf gegen Antisemitismus ein. dpa



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