24. Mai 2021, 19:16 Uhr

Studieren ohne Zimmer?

24. Mai 2021, 19:16 Uhr
»Die Lage ist schlecht« - Tim Hoppe, Wohnraumreferent beim AStA der Goethe-Universität Frankfurt, ist besorgt über die Mietsituation für Studierende. FOTO: DPA

Frankfurt/ - Um die 70 000 Studierende sollen an Frankfurts Hochschulen eingeschrieben sein. Das sind ungefähr so viele Menschen, wie in Fulda leben. Doch das Leben in Hessens größter Stadt ist teuer und bezahlbarer Wohnraum äußerst knapp. Das bekommen auch die Studierenden zu spüren. »Die Lage ist sehr schlecht«, sagt Tim Hoppe, Student an der Goethe-Universität und Wohnraumreferent beim AStA. »Die durchschnittlichen Mieten für ein WG-Zimmer liegen bei über 500 Euro und die Preise gehen hoch bis 800 Euro.«

Zwar könnten BAföG-Berechtigte eine Wohnpauschale beantragen, diese betrage aber höchstens 325 Euro. »Das Problem ist, dass die Pauschale bundesweit gilt«, sagt der 24-Jährige. »Damit kann man in ostdeutschen Universitätsstädten wie Dresden oder Leipzig Deutschlands sicher gut leben, aber in Frankfurt passt das vorne und hinten nicht. Hier reicht das nicht einmal für Randlagen.« Zudem sei nicht jeder Studierende mit geringem Budget auch BAföG-berechtigt. Die Zahl der vom Studentenwerk bereitgestellten recht günstigen Wohnheimplätze ist rar und die Warteliste traditionell lang. In den verschiedenen hessischen Hochschul-Standorten mussten sich Bewerberinnen und Bewerber 2015 im Schnitt ein halbes Jahr gedulden, 2019 waren es laut Wissenschaftsministerium bereits neun Monate. Demnach waren die Wartezeiten 2019 in Wiesbaden (14 Monate) oder in Frankfurt mit 13 Monaten besonders lang.

Bald Präsenz-Uni

Auch in Darmstadt ist die Situation angespannt. Coronabedingt habe es vielleicht Verzögerungen bei Einzügen gegeben, »aber unter dem Strich sind die Wohnanlagen voll«, sagt der Sprecher des dortigen Studierendenwerks, Detlef Gollasch. Rein rechnerisch kommt in Darmstadt auf knapp sechs Prozent der jungen Menschen für die das Studierendenwerk zuständig ist, ein Wohnheimplatz des Werks. In Marburg liegt die Quote bei neun Prozent. In Frankfurt ist sie deutlich niedriger (4,5 Prozent). Ziel sei aber eine Versorgungsquote von zehn Prozent, das entspreche in etwa dem Bundesdurchschnitt: Aktuell sind aufgrund der Coronakrise und der verwaisten Hörsäle manche Studierende womöglich gar nicht in der Stadt, studieren vielleicht lieber am Laptop im Elternhaus. Doch nun hat Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) den hessischen Studierenden Hoffnung auf wieder mehr Präsenzveranstaltungen gemacht. Tim Hoppe schätzt, dass das künftige Wintersemester wieder in den Universitäten stattfindet. Zum Start des Semesters im Herbst werde deshalb auch wieder mit einer Notunterkunft im Frankfurter Studierendenheim geplant. dpa

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