06. August 2021, 19:23 Uhr

Tausende Wahlhelfer benötigt

Die beiden Kreuze bei der Wahl zu machen, ist das eine. Sie später auszuzählen, ist etwas anderes. Für die nächste Bundestagswahl brauchen die Kommunen Tausende ehrenamtliche Helfer. Kommen genug helfende Hände zusammen?
06. August 2021, 19:23 Uhr
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Von DPA
Die Stimmzettel müssen im Wahllokal nicht nur ausgegeben, sondern am Abend auch ausgezählt werden. Dazu sind in ganz Hessen viele Helfer notwendig. FOTO: DPA

Ohne ehrenamtliche Helferinnen und Helfer geht bei Wahlen gar nichts und vor jeder Wahl geht die Suche von Neuem los. In großen hessischen Städten läuft die Suche nach der nötigen Unterstützung für die Bundestagswahl am 26. September auf Hochtouren. In den Kommunen ist man optimistisch, die erforderliche Zahl an Helferinnen und Helfern zu finden, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Eine Corona-Impfung ist für die Helfer nach Angaben der Städte keine Pflicht. Angesichts der Pandemie rechnen einige Kommunen wieder mit einem hohen Briefwahlanteil.

Allein Hessens größte Stadt Frankfurt braucht rund 4700 ehrenamtliche Helfer für die Wahlvorstände. »Erfreulicherweise haben sich - wie schon bei der Kommunalwahl im Frühjahr - viele Bürgerinnen und Bürger gemeldet, die diese Aufgabe übernehmen wollen«, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Gegenwärtig sei man auf einem guten Weg, alle Wahllokale mit ausreichend Helfenden zu versorgen. Viele Wahllokale seien bereits voll besetzt. Regional begrenzt, gebe es nur noch wenige Lücken zu füllen.

Städte werben offensiv

Fulda geht in Zeiten der Corona-Pandemie auf Nummer sicher. Für den Wahlkreis werden 1800 Wahlhelfer gesucht. »Aufgrund des möglichen erhöhten Ausfallrisikos von Wahlhelfenden bedingt durch Corona beruft die Stadt Fulda mittlerweile die doppelte Anzahl an Ersatzleuten ein«, teilte die Stadt mit. Am Wahltag selbst würden hiervon rund die Hälfte zum Einsatz kommen. »Wir werden alle benötigten Personen finden.«

Auch in der Landeshauptstadt Wiesbaden sieht man sich gerüstet. »Es haben sich circa 2300 Personen gemeldet, es fehlen noch circa 150, allerdings kommen immer noch Meldungen an.«

Im mittelhessischen Marburg gibt es bislang nach Angaben der Stadt etwa 685 Wahlhelfer und Wahlhelferinnen. Es werden geschätzt noch um die 150 weitere benötigt. »Es stehen allerdings noch Rückmeldungen der Berufenen aus.«

Im Internet werben die Städte offensiv um Wahlhelfer. »Mitarbeit in einem Wahlvorstand - im negativen Sinne betrachtet ist sie einfach nur lästige und zeitraubende Bürgerpflicht. Betrachtet man sie aber im positiven Sinne, dann ist sie ein Bürgerrecht, das die Möglichkeit bietet, sich aus freien Stücken aktiv an unserer Demokratie zu beteiligen«, heißt es auf der Homepage von Darmstadt. Und in Kassel heißt es: »Verlassen Sie sich nicht darauf, dass es ›die anderen‹ schon machen werden. Erleben Sie ein Stück Demokratie ›hautnah‹ und unterstützen Sie uns bei der Durchführung der nächsten Wahl!«

»Die Wahlen werden in Deutschland nicht durch die normale staatliche Verwaltung, sondern durch unabhängige Wahlorgane durchgeführt«, erklärt das Bundesinnenministerium.

Für bundesweite Wahlen würden im ganzen Land rund 650 000 Menschen für einen reibungslosen Ablauf gebraucht. Helferinnen und Helfer prüfen in den Lokalen vor Ort die Wahlberechtigung anhand des Verzeichnisses, geben die Stimmzettel aus und zählen das Ergebnis aus, auch von den Briefwählern.

»Erfrischungsgeld« als Entschädigung

Für die Hilfe am Wahltag bekommen die Ehrenamtlichen das sogenannte Erfrischungsgeld. »Für die Vorsitzenden der Wahlvorstände und Wahlausschüsse sind jeweils 35 Euro vorgesehen, für die übrigen Mitglieder jeweils 25 Euro«, heißt es beim Bundeswahlleiter. Die Kommunen können aber noch den einen oder anderen Euro drauflegen. So zahlt zum Beispiel Hanau in den allgemeinen Wahlbezirken 75 und in den Briefwahlbezirken 40 Euro. In Frankfurt liegt die Entschädigung je nach Funktion zwischen 45 und 50 Euro und in Darmstadt zwischen 25 und 50 Euro. Die Stadt Marburg stockt den Satz für die Helfenden je nach Funktion auf insgesamt 50 bis 60 Euro auf.

Sollten für den Wahltag nicht genug Helfer gefunden werden, können diese auch einfach verpflichtet werden. Ablehnen können die Menschen dann nur aus ganz bestimmten Gründen wie beruflichen Pflichten, Krankheit oder körperlichen Beeinträchtigungen. Wahlhelfer können nur Menschen werden, die für die Bundestagswahl wahlberechtigt sind. In Hessen sind das 4,3 Millionen Menschen.



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