09. Juni 2021, 21:16 Uhr

Untersuchungen fangen erst an

09. Juni 2021, 21:16 Uhr
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Von DPA
Einsatzkräfte vor einem Bürogebäude bei der groß angelegten Aktion gegen Rauschgiftkriminalität weltweit, in Deutschland und dort vornehmlich in Hessen. FOTO: DPA

Wiesbaden - Nach den Razzien gegen die Organisierte Kriminalität sind mehrere Tatverdächtige in Untersuchungshaft. »Die Gerichte sind uns in allen Anträgen gefolgt«, sagte Oberstaatsanwalt Benjamin Krause von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gestern der Deutschen Presse-Agentur. Der Schwerpunkt der Aktionen in Deutschland lag in Hessen.

Mit der Untersuchungshaft soll vor allem verhindert werden, dass die Tatverdächtigen flüchten und untertauchen, erklärte der Ermittler. Teilweise hätten sich die Verdächtigen zu den Taten geäußert. Die Beweismittel würden aber noch weiter ausgewertet. Dabei gehe es sowohl um Betäubungsmittel als auch um sichergestellte IT-Geräte.

»Das ist nicht eine Sache von Wochen, sondern von Monaten«, sagte der Oberstaatsanwalt. Krause schloss nicht aus, dass mit diesen Erkenntnissen sowie den Daten der internationalen Ermittler ältere Fälle aufgeklärt werden und noch neue Ermittlungsverfahren hinzukommen können.

Bundesweit waren bei den Razzien am Montag mehr als 70 Personen festgenommen worden, darunter über 60 in Hessen. Die weltweite Zahl der Festnahmen bei dem internationalen Schlag gegen die Organisierte Kriminalität liegt bei mehr als 800. Es waren Tonnen an Drogen beschlagnahmt und große Mengen an Bargeld, Juwelen und Waffen sichergestellt worden.

Ermittler in den USA waren den Kriminellen auf die Spur gekommen, weil sie in einer monatelangen Operation verschlüsselte Netzwerke und Handys auswerten konnten. Bei der ZIT habe es in den vergangenen Monaten auch einen weiteren Ermittlungskomplex mit diesen sogenannten Krypto-Handys gegeben, berichtete Oberstaatsanwalt Krause. Die Strukturen der Organisierten Kriminalität hätten sich in nahezu allen Bereichen stark auf Online-Plattformen wie das Darknet verlagert.

Für die Täter sei es leichter, einen Onlineshop für den Handel mit Drogen zu betreiben, als Revierkämpfe vor Ort auf der Straße in der analogen Welt zu haben - so umschrieb der Ermittler einen möglichen Grund für die Entwicklung. Das gleiche Prinzip gelte für die Kunden der Kriminellen.

Die Ermittlungsbehörden hätten jedoch im Kampf gegen die zunehmende Kriminalität im Internet in den vergangenen Jahren stark aufgeholt. Das liege daran, dass zunehmend internationale Allianzen gebildet würden, erklärte Krause. dpa



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