02. September 2021, 20:23 Uhr

Vom richtigen Umgang mit verirrten Fledermäusen

02. September 2021, 20:23 Uhr
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Aus der Redaktion

Wetzlar - Seit August häufen sich die Anrufe beim NABU Hessen: Viele Bürgerinnen und Bürger berichten von kreisenden Fledermäusen in ihren Wohnungen. Das ist aber kein Grund zur Panik. Bei den Tieren handelt es sich in der Regel um Jungtiere, die sich auf ihren Erkundungsflügen versehentlich in die menschlichen Behausungen verirren. In der Abenddämmerung fliegen sie in der Regel von alleine wieder hinaus.

Im August werden junge Fledermäuse flügge und erkunden die Welt. Ein gekipptes Fenster oder eine Gardinenfalte scheinen ein geeignetes Schlafquartier zu versprechen. Durch ein gekipptes Fenster einzufliegen, gelingt den Fledermäusen, allerdings der Ausflug durch ein Kippfenster klappt meistens nicht. Da bieten sich dann Gardinenfalten an, um sich auszuruhen, bevor der nächste Ausflugversuch unternommen wird. Ab Mitte September fliegen die kleinen Säuger zu ihren Herbstquartieren und später im Jahr dann in die Winterquartiere. Daher sind nach September keine Einflüge mehr zu erwarten. Der NABU empfiehlt bei einer Fledermaus im Gebäude zuallererst: Ruhe bewahren. Die Flugweise der Fledermäuse wirkt auf viele befremdlich, denn Fledermäuse fliegen durchaus dicht an Menschen heran. Aber Fledermäuse sind Menschen gegenüber nicht aggressiv und greifen diese nicht an. Eine Gefahr geht von fliegenden Fledermäusen und gegebenenfalls von ihren kleinen Hinterlassenschaften nicht aus. Fledermäuse sind die am stärksten bedrohten Säugetiere in Deutschland, gesetzlich geschützt und dürfen daher nicht verletzt oder gar getötet werden.

Stark bedrohte Säugetiere

Bei einer abends im Raum umherfliegenden Fledermaus sollte das Licht ausgemacht und alle Fenster weit geöffnet werden. Wenn möglich, Zimmertür schließen, damit das Tier nicht noch in weitere Räume fliegen kann. Die meisten Fledermäuse finden dann ihren Weg selbst hinaus.

Falls tagsüber Fledermäuse gefunden werden, sollten die Tiere vorsichtig gegriffen und in einen kleinen Karton verfrachtet werden. Wichtig: Die Fledermäuse nur mit einem (Leder-)Handschuh oder einem dicken Handtuch behutsam anfassen. Für die Tiere ist das eine Stresssituation und sie könnten sich eventuell mit Bissen wehren. Den Karton bitte unbedingt gut verschließen! Zur späten Dämmerung den Karton nach draußen bringen, öffnen und die Fledermaus an einen Baum oder an eine Hauswand setzen.

Wer Fledermäusen gerne geeigneten Wohnraum zu Verfügung stellen möchte, kann dies mit einfachen Mitteln tun. Es gibt zahlreiche Fledermauskästen auf dem Markt, und mit der richtigen Bepflanzung im Garten kann man den nächtlichen Flatterern einen reich gedeckten Tisch bescheren. Der NABU zeichnet nicht nur fledermausfreundliche Häuser aus, er berät Hausbesitzer bei Renovierungen und Hilfsmaßnahmen für die wendigen Nachtjäger. »Fledermäuse sind sehr angenehme Untermieter, machen keinen Lärm und richten keine Schäden an der Bausubstanz an. Lediglich kleine Hinterlassenschaften verraten ihre Anwesenheit am Haus. Diese gelten jedoch als hervorragender Pflanzendünger«, sagt Petra Gatz, Fledermausexpertin beim NABU Hessen. Fledermäuse bringen Hausbesitzern auch einige Vorteile. So vertilgen sie bis zu 4000 Mücken pro Nacht und zeigen, wo das Lebensumfeld noch intakt ist. Häufig gestellte Fragen beantwortet der NABU im Internet unter www.nabu.de. Bundesweites Fledermaus-Info-Telefon für dringenden Beratungsbedarf: 030-284984-5000. pm



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