03. Mai 2021, 21:28 Uhr

Wolfszentrum soll helfen

03. Mai 2021, 21:28 Uhr
Wölfe und Menschen sollen künftig konfliktärmer zusammenleben können. FOTO: DPA

Wiesbaden - Mit einem Wolfsmanagementplan und einem neu gegründeten Wolfszentrum will Hessen die Konflikte rund um das Raubtier künftig stärker vermeiden. »Wir sind überzeugt, dass ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf gelingen kann und schaffen mit dem neuen Wolfsmanagementplan die Rahmenbedingungen dafür«, erklärte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Freitag in Wiesbaden. Ziel sei, mit größtmöglicher Aufklärung und Unterstützung der Weidetierhaltung »die Rückkehr des Wolfes transparent und tragbar für alle zu gestalten«.

Im Mittelpunkt des hessischen Wolfsmanagements steht nach den Worten der Ministerin ein Wolfszentrum, das im Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) angesiedelt ist. Seit dem Frühjahr 2020 sind inzwischen fünf Wölfe in Hessen sesshaft geworden, vier Wölfinnen und ein Rüde, wie die Ministerin erläuterte. Als sesshaft wird ein Tier bezeichnet, wenn es über einen Zeitraum von sechs Monaten durch genetische Untersuchungen wiederholt in einer Region nachgewiesen wurde. Vorher waren nur einzelne Tiere durch Hessen gestreift.

Die Herausforderungen für die Weidetierhaltung nähmen zu, sagte die Ministerin. Ganz ohne Konflikte werde es nicht gehen. Wichtig sei, dass der Wolf lernt, dass Weidetiere keine leichte Beute seien. Darum sei ein guter Grundschutz für die Herden wichtig, betonte die Ministerin. »Die aktuell fünf Wolfsterritorien in Hessen stellen die dort ansässigen Weidetierhaltungen vor die Herausforderung, ihre Herden bestmöglich zu schützen.«

Das Land unterstütze die Halter in diesen sogenannten Wolfspräventionsgebieten mit einer Million Euro zusätzlich im Jahr - etwa für höhere und stärker elektrifizierte Zäune oder bei der Anschaffung von Herdenschutzhunden.

»Der Wolf ist eines der seltensten Säugetiere in Hessen«, sagte HLNUG-Präsident Thomas Schmid. »Es ist gut, dass Wölfe hierher zurückkehren und die Lebensräume wieder besiedeln, in denen sie einst ausgerottet waren.« Er sei davon überzeugt, dass ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen und Wölfen möglich sei - ebenso wie der Interessenausgleich zwischen Weidetierhaltung und Naturschutz, erklärte Schmid.

Das Wolfszentrum ist nach seinen Worten ab sofort zentraler Ansprechpartner für alle fachlichen Fragen rund um den Wolf. Unter anderem gebe es eine Hotline, bei der unter anderem mögliche Sichtungen gemeldet werden können. Außerdem sei ein Online-Meldesystem per Web und App geplant. Laut Schmid wurden im vergangenen Jahr 20 Nutztiere nachweislich von Wölfen gerissen. In diesem Jahr gab es nach Angaben des HLNUG bislang einen Fall mit zwei gerissenen Tieren. dpa

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