16. September 2021, 20:47 Uhr

Zusätzliche Dosen zum Start der Grippeimpfungen

16. September 2021, 20:47 Uhr
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Von DPA
Die Impfkampagne gegen die Grippe beginnt. Noch wird geprüft, ob sie auch zusammen mit der Corona-Impfung verabreicht werden kann. SYMBOLFOTO: DPA

Wiesbaden - Die Grippeimpfung beginnt. Betriebsärztliche Dienste haben schon Einladungen verschickt, die Hausarztpraxen erwarten den Start in den nächsten Tagen. Um die Bevölkerung während der Corona-Pandemie besonders gut zu schützen, hat das Bundesgesundheitsministerium zusätzlich zu den regulären 20 Millionen Impfdosen eine Reserve von 6,85 Millionen geordert. Im vergangenen Jahr war das Interesse der Bevölkerung so groß, dass es vereinzelt zu Engpässen in den Hausarztpraxen gekommen war.

Erstmals empfiehlt die unabhängige Ständige Impfkommission (Stiko) für Personen ab 60 Jahren ein sogenanntes inaktiviertes quadrivalentes Hochdosis-Vakzin. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) stellt die jährliche Impfung einen wesentlichen Schutz vor schweren Verläufen dar. Geprüft werde noch, ob sie möglicherweise auch zusammen mit einer Covid-(Booster-)Impfung verabreicht werden kann.

Stiko-Empfehlung für Risikopatienten

Außer für Menschen, die 60 Jahre und älter sind, gilt die Stiko-Empfehlung für Schwangere, bei chronischen Krankheiten - etwa der Atmungsorgane, bei Diabetes oder anderen Stoffwechselkrankheiten, für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen. Wer mit Risikopersonen im selben Haushalt lebt, sollte sich ebenfalls impfen lassen. Gleiches gilt für Leute mit einem erhöhten beruflichen Risiko - etwa medizinisches Personal oder für welche mit umfangreichem Publikumsverkehr.

Wie eine Analyse der Barmer Krankenkasse ergab, haben Lockdown, Maskentragen und andere Pandemie-Hygienemaßnahmen eine Grippewelle in der vergangenen Saison weitgehend verhindert. »Wer sich jetzt gegen Grippe impfen lässt, hilft dabei, eine Infektionswelle auch in der kommenden Grippe-Saison zu stoppen«, folgert Landeschef Martin Till.

Unter den rund 750 000 Versicherten in Hessen sei die Zahl der wegen Influenza krankgeschriebenen Personen seit März 2020 auf den tiefsten Wert seit Jahren gefallen. Im März des Rekordjahres 2018 registrierte die Krankenkasse demnach bis zu 1700 neue Krankmeldungen pro Woche wegen Grippeinfektionen unter ihren hessischen Versicherten. Im März 2020 waren es rund 90. Mit den Lockerungen könnten die Zahlen wieder steigen - speziell wenn so wenige geimpft sind, befürchtet Landeschef Till. Der Abstand zur Impfung gegen Covid-19 sollte bei allen anderen Impfungen 14 Tage betragen. Die zwei Wochen dienen einzig der Vorsicht, um eventuell auftretende Nebenwirkungen leichter zuordnen zu können. Bei Notfällen kann der Abstand wegfallen. dpa



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