13. April 2021, 21:07 Uhr

Zweiter Ramadan in der Pandemie

Für die rund 460 000 Muslime in Hessen beginnt der Ramadan. Schon zum zweiten Mal steht der Fastenmonat unter dem Eindruck der Corona-Krise. Die Politik ruft zu verantwortungsbewusstem Handeln auf.
13. April 2021, 21:07 Uhr
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Von DPA
Der Halbmond auf dem Minarett der Abubakr-Moschee in Frankfurt als Schattenriss vor der Sonne. Auch dieses Jahr steht der muslimische Fastenmonat Ramadan im Zeichen von Corona. FOTO: DPA

Erneut steht der muslimische Fastenmonat Ramadan im Zeichen der Corona-Pandemie. »Wir werden zum zweiten Mal einen eingeschränkten und außergewöhnlichen Ramadan haben, so wie es unsere christlichen Freunde bereits zu Ostern hatten«, sagte Ünal Kaymakci von der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH). »Das ist misslich, da zum Ramadan erst die Gemeinschaft die spirituelle Atmosphäre richtig aufkommen lässt.«

Doch wegen der Corona-Pandemie werde das allabendliche Fastenbrechen wohl hauptsächlich im engsten Familienkreis stattfinden. Und bei Gottesdiensten werde beispielsweise auch auf Online-Predigten zurückgegriffen. »Wir müssen auch abwarten, was von der Politik in Sachen Corona-Regeln weiter entschieden wird«, sagte Kaymakci vor dem Auftakt.

Der diesjährige Fastenmonat Ramadan beginnt am Dienstag (13. April) und endet am 12. Mai. In dieser Zeit verzichten gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex.

Im engsten Kreis

Der Fastenmonat wird traditionell mit gemeinsamen Gebeten in der Moschee und dem abendlichen Fastenbrechen, dem sogenannten Iftar, mit Freunden und Familie begleitet.

»Wir verzichten neben dem gebotenen Fasten während des Tages nicht auf die Verrichtung der zusätzlichen Gebete, denn diese werden wir wie im Vorjahr auch in unseren Häusern und Wohnungen durchführen, im engsten Kreis der Familie«, sagte auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek. »Wir machen neben unseren Moscheen nun unsere Wohnungen zu den Orten der Anbetung Gottes.«

Das Fasten biete gläubigen Menschen die Möglichkeit, den gewohnten Alltag zu unterbrechen, sich zu überprüfen und sich neu auf Gott auszurichten, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, in einer Grußbotschaft anlässlich des Ramadan. Gleichzeitig sei die Zeit des Fastens auch eine Zeit der Gemeinschaft - im familiären wie im öffentlichen Bereich.

In der Pandemie müsse jedoch auf viele vertraute und lieb gewonnene Traditionen verzichtet werden. »Weder die Festtage noch die Zeiten des Alltags sind so wie wir sie kennen«, sagte Bätzing. »Diese Erfahrung verbindet Christen und Muslime in unserem Land. Doch uns verbindet auch die Hoffnung auf bessere Zeiten.«

Unterdessen hat die Staatssekretärin für Soziales und Integration, Anne Janz, die rund 460 000 Bürgerinnen und Bürger islamischen Glaubens in Hessen zu verantwortungsbewusstem Handeln aufgerufen. »Eine Überlastung der Krankenhäuser gilt es zu verhindern«, warnte sie eindringlich. Deshalb müssten persönliche und direkte Kontakte soweit wie möglich eingeschränkt werden.



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