11. Dezember 2018, 21:08 Uhr

Alpenstrudelwurm im Brunnental

11. Dezember 2018, 21:08 Uhr

»Quellen – Ursprung des Lebens«: Unter dieses Thema stellte Stefan Zaenker (Vorsitzender des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Hessen; Fulda) einen Vortrag auf Einladung des Naturschutzbundes (NABU) in Grünberg. Er hat bereits über 3000 Quellen im Biosphärenreservat Rhön, im Nationalpark Kellerwald und im Hohen Vogelsberg kartiert, untersucht und die Ergebnisse dokumentiert. Quellbereiche gehören zu den sechs Biotop-Arten, die nach Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind. Hintergrund ist die Erhaltung der Biodiversität und die für die Menschheit wichtige Sicherung vielfältiger Genvariationen, dem sogenannten Genpool.

Bei Quellen geht es auch um die Bewahrung sauberen Trinkwassers, das überwiegend aus Grundwasserquellen gewonnen wird. Zaenker nahm die 40 Zuhörer mit auf eine besondere Reise.

Quellen stellen spezielle Übergangslebensräume dar, etwa der Waldrand zwischen Wald und Wiese. In 776 Quellen des Vogelsbergs, die wissenschaftlich untersucht wurden, fand man 884 Tierarten. Speziell im Brunnental bei Grünberg konnten in den im April 2018 untersuchten Quellen bisher 63 Arten ermittelt werden, etwa der Alpenstrudelwurm. Die Art gilt als Eiszeit-Relikt und im Index für die Gewässergüte als Anzeiger für absolut sauberes Wasser – ebenso wie die Rhönquellschnecke,. In der Hälfte der 33 Quellen wurde die Vierkant-Quellköcherfliege nachgewiesen, die auf Verunreinigungen extrem empfindlich reagiert. Die Artenzahl dürfte aber noch erheblich steigen, wenn jetzt die mikroskopischen Bestimmungen durch anerkannte Experten folgen.

Von Zaenker stark thematisiert wurde das Problem der Quellfassungen mittels Mauern und Rohren; dadurch werde die Durchgängigkeit für die Tiere behindert und der Lebensraum zerschnitten. Es gibt Quellbewohner die nachtaktiv sind und dann zur Nahrungsaufnahme aus dem inneren Quellbereich nach außen wandern. Der Rückweg ist dann unmöglich. Wie der Rückbau solcher Bauwerke erfolgen kann, zeigte Zaenker anschaulich durch Filmsequenzen im Zeitraffer. Die Fragen in der anschließenden Diskussion betrafen etwa die Ohmquelle bei Ulrichstein, die in diesem Sommer trocken gefallen ist. Auch Fragen nach dem Genuss frischen Quellwassers und dem Weg des Wassers über das Wasserwerk zum Verbraucher zeugten vom Interesse an der Forschungsarbeit. Hinweise zu weiteren Quellen im unteren Brunnental kamen von ortskundigen Anwesenden. Einige der dortigen Quellen hatte Zaenker im April bereits besichtigt, aber aus Zeitmangel nicht untersuchen können. Das soll im Frühjahr 2019 nachgeholt werden.

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