23. August 2019, 21:41 Uhr

Ausgiebiger Diskussionsbedarf

23. August 2019, 21:41 Uhr
Bei der geplanten Erweiterung der Hofburgschule in Alten-Buseck ist vor allem die Frage des Verkehrs rund um die Einrichtung in der Diskussion. Vor allem die Anwohner machen sich hier Sorgen. (Foto: con)

Die Planungen für die Erweiterung der Hofburgschule in Alten-Buseck können beginnen - aber es gibt noch viel zu diskutieren. Das ist das Ergebnis der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag. Mehr Alternativen, die Forderung eines ausführlichen Verkehrskonzepts, zu wenig Platz für Schul- und Kindergartenkinder und besorgte Anwohner - all das spielte bei der Diskussion über die Schulerweiterung in Alten-Buseck eine Rolle. Viele Themen, die nur schwer unter einen Hut zu bringen sind. Jedoch verlief die Diskussion sehr viel sachlicher und ruhiger, als im Ausschuss am Montag, eine Sitzung, die den Teilnehmern gut in Erinnerung geblieben ist.

Wie sich schon während der äußerst angespannten Diskussion im Bau-, Landwirtschafts-, Energie-, Umwelt- und Verkehrsausschuss am Montag abgezeichnet hatte, kritisierten die Mitglieder der Freien Wähler und der CDU vor allem das Fehlen von Alternativen bei der Verkehrssituation an der Schule. Schon jetzt empfinden Anwohner den Schulverkehr als große Belastung. Mit dem Umbau fürchten viele, dass sich diese Situation noch verschlimmert, kämen zusätzlich doch auch noch die Kinder der neuen Tagesstätte hinzu. Deshalb hat sich im Vorfeld der aktuellen Beratungen auch eine Bürgerinitiative gebildet. Diese fürchtet vor allem die noch schwieriger werdende Verkehrssituation in den betroffenen Straßen und war mit den vorgestellten Varianten nicht einverstanden.

Kita-Plätze fehlen

»Es fehlt hier an echten Alternativen«, führte Kai Bolte (FW) aus. Aber egal wie man es dreht und wendet: Jedes Verkehrskonzept für den Schulverkehr hat seine Vor- und Nachteile. Auch Willy Jost (SPD) machte zum Thema Verkehr noch eine Anmerkung: »Man darf nicht vergessen, dass sich der Kindergartenverkehr und der Schulverkehr unterscheiden: Während beim Schulverkehr alle Kinder zur gleichen Zeit kommen, werden die Kindergartenkinder über zwei Stunden gebracht«. Vermutlich werde sich der Verkehr zu den Stoßzeiten also nicht so sehr verstärken.

Geplant ist - wie bereits berichtet -, dass der Landkreis Gießen und die Gemeinde Buseck gemeinsam an den Schulerweiterungsbau herangehen und zusätzlich zu neuen Schulräumen auch eine Kindertageseinrichtung auf dem Gelände entstehen soll. Neben dem bisherigen Schulgelände soll in den aktuellen Planungen auch der alte und nicht mehr genutzte Bolzplatz gegenüber der Schule mit bebaut werden. Insgesamt werden die Kosten für den Umbau auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt.

»Das Projekt gemeinsam anzugehen, wäre aus zeitlicher und pädagogischer Sicht sinnvoll«, sagte Bürgermeister Dirk Haas. »Sowohl die Kindertagesstätten als auch die Grundschulen platzen aus allen Nähten«. Alleine bei den Kindergärten ist die Situation angespannt, wie der Bürgermeister berichtete: Gerade noch sechs U3-Plätze (oder 14 Ü3) können derzeit angeboten werden, die Kindertagesstätten Georg-Diehl in Großen-Buseck, Abenteuerland in Alten-Buseck und Pusteblume in Oppenrod haben keine freien Plätze mehr oder sind bereits mit Ausnahmeerlaubnis überbelegt.

»Wir sollten schnell entscheiden«, befand Frank Müller (CDU). »Man sollte hier aber einen Schritt zurückgehen und eine Gegenüberstellung verschiedener Möglichkeiten diskutieren«. Das ist aber für Bürgermeister Haas nur wenig zielführend: »Wir können jetzt natürlich noch einmal ein paar Runden drehen, aber ich glaube nicht, dass das sinnvoll ist. Mir geht es darum, dass wir Lösungen finden für die Schüler und Kindergartenkinder«. »Lasst uns jetzt endlich etwas beschließen, wenn wir das nicht tun, schaden wir den Kindern«: Mit diesen Worten setzte Eckard Neumann (CDU) einen Schlussstrich unter den ersten Teil der Beratungen. »Es scheint jeder Angst zu haben, einen kleinen Fehler zu machen. Wir werden aber niemals 100 Prozent fehlerfrei arbeiten«.

Im Anschluss waren noch einmal zwei Sitzungsunterbrechungen mit Beratungen sowie ein neu eingebrachter Antrag der CDU nötig, um endlich alle Gemeindevertreter zu einem einstimmigen Beschluss zu bringen: Dem Gemeindevorstand wird der Auftrag erteilt, mit den Vorentwurfsplanungen loszulegen und Kostenaufstellungen zu ermitteln. Der Vorentwurf soll einen Stellplatznachweis, ein Verkehrskonzept und den Flächenbedarf für Gebäude und Außenanlagen enthalten. Damit können die Planungsarbeiten jetzt starten, allerdings wird es einer Sondersitzung der Gemeindevertretung bedürfen, um eine abschließende Entscheidung zu fällen - denn noch im Herbst muss der entsprechende Antrag beim Land Hessen vorliegen, um eine Förderung für den Bau von Kindertagesstätten erhalten zu können.

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