16. Juni 2017, 19:10 Uhr

Beklemmende Grausamkeit

16. Juni 2017, 19:10 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Theater-AG bringt ein schweres Thema eindrucksvoll auf die Bühne. (Foto: dis)

Keine leichte Aufgabe hatte sich die Theater AG der Theo-Koch-Schule mit Schülern der Jahrgänge 10 bis 13 unter der Leitung von Christian Zeuch gestellt, um in einer Adaption zum Buch »Im Westen nichts Neues« von Erich Maria Remarque, unter dem Titel »Heute du, morgen ich« in zwei Aufführungen die Grausamkeit von Kriegen und die damit verbundenen Soldatenschicksale zu beleuchten.

In zahlreichen Sequenzen wurden Soldatenschicksale aus dem Ersten Weltkrieg von der Einberufung bis zum Sterben auf dem Schlachtfeld oder im Feldlazarett in beklemmender Einfachheit von den Schülern dargestellt. Selbst für einen friedensbringenden Schmetterling war kein Raum. Viele Soldaten verloren schon bald ihren Idealismus und die Begeisterung am Kriegsdienst, gerade wenn sie den Tod vor Augen hatten oder an ihre Familien dachten. Immer wieder war es eine bedrückende Szene in der Aufführung, wenn Kleidungsstücke von gefallenen Kameraden selbst mit den Worten »Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben« im Zuschauerraum an eine Person übergeben wurde. Daneben wurden auch Soldaten wie Hugh Thompson, Offizier der US Army, der 1968 zum Helden wurde, das Schicksal der Sanitätsoffizier-Anwärterin Jenny Böken, die 2008 im Dienst bei der Deutschen Marine unter nicht geklärten Umständen verstarb, sowie die 2005 verurteilte Kriegsverbrecherin Lynndie England, Militärpolizistin bei der US Army, vorgestellt.

Kompliment für einfühlsame Schüler

Nicht außer Acht gelassen wurde auch die 2016 gestartete Webserie der Bundeswehr, die den Dienst an der Waffe im Berufsheer mit sicheren Arbeitsplätzen und guten Aufstiegsmöglichkeiten verbindet, wobei die sichere Rückkehr beim Einsatz in Krisengebieten durchaus fraglich ist. Dem ganzen Ensemble mit Mathis Clermont, Anna Coers, Joschua Geist, Mara Geist, Felix-Levin Hormann, Josca Levret, Julia Röper, Tessa Viehmann, Niels Walter und Jennifer Winter muss man ein großes Kompliment machen, sich dem Thema einfühlsam angenommen zu haben.

Innerhalb weniger Wochen erreichte das Buch von Remarque eine Auflage von fast einer halben Million Exemplare und wurde noch im selben Jahr in 26 Sprachen übersetzt. Obwohl der Autor das Buch selbst als unpolitisch bezeichnete, wurde es als Antikriegsroman zu einem Klassiker der Weltliteratur. Kein Wunder, dass die Nationalsozialisten daran Anstoß nahmen und zahlreiche Exemplare bei der Bücherverbrennung 1933 vernichtet wurden. Weltweite Bekanntheit erreichte auch die gleichnamige Verfilmung aus dem Jahre 1930 von Lewis Milestone.



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