07. Januar 2019, 21:23 Uhr

Beschwingter Jahresauftakt

07. Januar 2019, 21:23 Uhr
Die Flötenspieler mit dem Organisten bei ihrem gemeinsamen Auftritt in der Reihe »Orgel+« in der Christuskirche in Watzenborn-Steinberg. (Foto: rge)

Eine Premiere in der Zusammensetzung der Flöten- und Orgeltöne in der Christuskirche Watzenborn-Steinberg gab es am Freitag zum Auftakt der »Orgel+«-Konzertreihe 2019. Erstmals spielten die in der Region bekannten Flötenspieler Laura Sattler, Heike Becker und Steffen Steinmetz-Bonzelius sowie Jörg Rainer Becker an der Orgel ein gemeinsames Konzert. Für ihre Abendmusik hatten sie Stücke aus dem Barock ausgesucht, darunter Werke der Komponisten Pietro Allsandro Gaspare Scarlatti, Johann Mattheson, Georg Andreas Sorge, Henry Purcelli, Johann Pachelbel, Christoph Wolfgang Druckenmüller und Johann Sebastian Bach.

Moderne Seite des Barock

Nach dem »Willkommen« durch Kirchenvorstand Wolfgang Schmandt führte der Musiker Jörg Rainer Becker persönlich mit zahlreichen Informationen durch das Programm. An drei Altblockflöten war Scarlattis »Quartettiono in F-Dur« ein beschwingter Einstieg im Zusammenspiel mit der Orgel, die das Spiel der drei Flötisten umrahmte, aber dabei nicht dominierte. Becker wies darauf hin, dass die Flöten in der Barockzeit ihre Blütezeit erlebten. Dies wurde musikalisch unterstrichen durch Matthesons »Lentement und Allegro aus der 1. Sonate« im Soli der Altblockflöten. Zwischen den Flötenstücken war der Organist selbst im Solo mit Sorges »1. Sonate in B-Dur« im Moderato, Andante und der Fugetta an der Orgel zu erleben. Für Abwechslung war gesorgt.

Die nacheinander imitierenden Sopranflöten von Sattler, Becker und Steinmetz-Bonzelius in Begleitung der Orgel wurden bei der »Sonata in G-Dur« eines anonymen Komponisten aus Breslau herausgestellt. Es folgten die drei Stimmen der Altblockflöten in Purcells »Three Parts upon a ground in F-Dur«, das sich in wiederholenden Bass-Stimmen als außergewöhnlich modernes Stück des Barock herausstellte. Im Anschluss erklang der Kanon und Gigue in D-Dur für drei Sopranblockflöten und Orgel vom wohl wichtigsten Komponisten der süddeutschen Orgeltradition, Johann Pachelbel. »Chacone in D-Dur« wurde im Orgelspiel aus der Feder von Druckenmüller aufgeführt, bevor am Ende Bachs 1. Satz aus dem »Orgelkonzert in C, BWV 595« im Vierklang von Sopran-, Alt-, Tenorblockflöte und Orgel erklang.

Die vier Instrumentalisten, allesamt keine Berufsmusiker, unterhielten so die Konzertbesucher an diesem »Orgel+«-Abend auf angenehm klangvoll-beschwingte Weise zum Jahresauftakt. Das nächste Konzert dieser Reihe findet am Freitag, 1. Februar, um 19 Uhr als Duo-Konzert an gleicher Stelle statt. Dann gastieren die Koreanerin Ka Young Lee (Orgel, Klavier) sowie der Schweizer Simon Buser am Originalinstrument des französischen Meisters im Orgelbau, Aristide Cavalill-Coll, dem Poikilorgue. Das harmoniumartige Instrument aus dem 19. Jahrhundert stammt aus Busers Sammlung.

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