Kreis Gießen

DRK betritt in Daubringen Neuland

Die Tinte war noch frisch: Am Dienstagabend hatten die Stadtverordneten die Nutzungs- und Trägervereinbarung für den Mehrzweckbau in Details geändert und verabschiedet. Am Mittwochmorgen wurde der Vertrag im Rathaus von Vertretern der Stadt, des DRK-Kreisverbands (Deutsches Rotes Kreuz) und des Vereins »Impuls« unterzeichnet. Bürgermeister Peter Gefeller (SPD) hofft, dass dieses für die Kommune bedeutende Dokument »nun in die Schublade wandert und nicht mehr gebraucht, aber auch durch die Nutzung mit Leben gefüllt wird«.
18. April 2018, 21:31 Uhr
Jonas Wissner
Bislang Brachland, bald Begegnungsort: Auf dieser Fläche in Daubringen soll bis Ende 2019 der Neubau entstehen. 	(Foto: jwr)
Bislang Brachland, bald Begegnungsort: Auf dieser Fläche in Daubringen soll bis Ende 2019 der Neubau entstehen. (Foto: jwr)

Die Tinte war noch frisch: Am Dienstagabend hatten die Stadtverordneten die Nutzungs- und Trägervereinbarung für den Mehrzweckbau in Details geändert und verabschiedet. Am Mittwochmorgen wurde der Vertrag im Rathaus von Vertretern der Stadt, des DRK-Kreisverbands (Deutsches Rotes Kreuz) und des Vereins »Impuls« unterzeichnet. Bürgermeister Peter Gefeller (SPD) hofft, dass dieses für die Kommune bedeutende Dokument »nun in die Schublade wandert und nicht mehr gebraucht, aber auch durch die Nutzung mit Leben gefüllt wird«.

Nach einigem Vorlauf kann der Neubau an der Daubringer Friedhofstraße nun angegangen werden. Die Stadt verpachtet das Grundstück zwischen Kirche und der schon bestehenden Kita für die Dauer von 66 Jahren an den Bauherrn DRK. In dem dreistöckigen Gebäude mit hohem Holzanteil wird das DRK eine Kindertagesstätte für drei Gruppen betreiben. Der Neubau soll über eine Fotovoltaikanlage sowie eine Pelletheizung verfügen. Mit der Kita in Fremdregie will Staufenberg die bestehende Betreuungslücke von aktuell 50 Plätzen in absehbarer Zeit schließen. Da die Kinderbetreuung an sich eine kommunale Aufgabe ist, bleibt die Lumdatalkommune allerdings »Gewährsträger« – mögliche finanzielle Defizite müsste die öffentliche Hand ausgleichen.

Das DRK betritt mit dem Kita-Betrieb in der Region Neuland: Für den Träger sei Kinderbetreuung eine satzungsgemäße Aufgabe, sagte Kreisverbandsvorstand Christian Betz, »das machen wir noch nicht genug«. Man habe daher Bürgermeister im Landkreis angeschrieben, Staufenberg habe sich als Erstes zurückgemeldet und Interesse bekundet. Know-how habe man sich natürlich im Vorfeld eingeholt, auch bei anderen Trägern, sagt Betz und sieht das DRK für die neue Aufgabe gut gewappnet.

Auch für den zweiten Baustein des Mehrzweck-Konzepts ist das DRK verantwortlich: In einem Familienzentrum sollen begleitende Angebote für Eltern und Bürger ermöglicht werden. Unter anderem sind Seniorenberatung und -gymnastik, Erste-Hilfe-Kurse und eine Migrationsberatung angedacht.

Der kulturpolitische Arbeitskreis »Impuls« wird sich als dritter Partner neben Kommune und DRK im Neubau einbringen und dort eine Begegnungsstätte betreiben. »Ein solcher Treffpunkt fehlt in Daubringen bisher, das soll Staufenberg auch für junge Menschen attraktiv machen«, sagte der Vorsitzende des Vereins, Lothar Schreyeck. Welche Projekte dort nach der Eröffnung angeboten werden, hänge maßgeblich von den Ideen aus der Bevölkerung ab, da werde sich noch manches ergeben. In der Entwurfsplanung sind unter anderem Lesungen, Kleinkunst, Vortragsreihen, Spieletreffs und Livemusik, nach Möglichkeit auch im Freien, als mögliche Aktivitäten erwähnt.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-DRK-betritt-in-Daubringen-Neuland;art457,419620

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