05. Juli 2019, 18:47 Uhr

Das Ende eines jungen Allendorfer Apfelbaums

05. Juli 2019, 18:47 Uhr

»Es gibt Menschen, die könnten, wenn sie so hoch wie blöd wären, kniend aus der Dachrinne saufen« - dieser Spruch ist das Einzige, was einem zu den Ereignissen einfällt, die Angelika Schulz aus Allendorf/Lumda uns nun in einer Mail schilderte.

Schulz hatte ihrer Tochter zur Einschulung statt Apple-Produkten einen Apfelbaum geschenkt: Der junge Hochstamm wurde vor sieben Jahren in die Allendorfer Erde gesetzt. »Wir haben in der Baumschule Rinn sogar die Sorten verkostet, um den passenden Baum zu finden, dessen Äpfel ihr am besten schmecken«, erinnerte sich Schulz. Die Wahl fiel auf eine hessische Sorte.

»Vier Stunden haben wir das Loch mit einem Spaten ausgehoben, damit die Wurzeln auch genug Platz haben«, erinnert sie sich. Der Baum wurde an einen Pfosten gebunden, damit er gerade wächst. Auch einen Fraßschutz haben die beiden angebracht, damit Rehe nicht die Rinde abschälen. »Dieser Baum sollte Anlaufpunkt in ihrer Heimat sein. Auch noch nach vielen Jahren, wenn Jette vielleicht nicht mehr in Allendorf wohnt«, schreibt die Mutter.

Diese Jahr hätte vielleicht der erste Apfel am Baum gehangen. Dazu wird es jetzt nicht mehr kommen. Ein Unbekannter hat den Fraßschutz entfernt. Und dann geschah das Unvermeintliche: Die Rehe entdeckten den Leckerbissen und fraßen die Rinde ab. Das Ende des Obstbaums - denn ohne Rinde kann er sich nicht mehr mit Nährstoffen versorgen.

»Wir sind unsagbar traurig und enttäuscht. Wer tut so etwas?«, fragt Angelika Schulz. Es kann wohl nur ein Exemplar Mensch gewesen sein, auf den das einleitend genannte Sprichtwort wie die Faust aufs Auge passt... (pad/Foto: pm)

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