18. Juli 2019, 22:08 Uhr

Der Ästhetik verpflichtet

18. Juli 2019, 22:08 Uhr
Irene und Oliver Eberwein nennen ihre Fotografien »Minimal Urban Art«. (Foto: vh)

Es gibt leidenschaftliche Fassadenkletterer. In der Szene heißt das lebensgefährliche Erklimmen eines Gebäudes auch Buildering oder Urban Climbing. Das Ehepaar Irene und Oliver Eberwein hat das übliche Szenealter überschritten. Doch hält das Thema »Fassade« die beiden seit einigen Jahren auf Trab. Während der Kletterfreak erst vollkommen glücklich ist, wenn er die Fassade vollständig erklommen hat, fotografieren die Künstler gezielt nur einen Ausschnitt der jeweiligen Fassade. Ein Vierteljahr lang zeigen Irene und Oliver Eberwein beispielhafte Bilder im Flur des Rathauses in Lollar. Angeregt hatte die Ausstellung Monika Krombach vom Hobby- und Kunstkreis.

Motivsuche in Gießen

Meist liegen die Motive im städtischen Umfeld. Dafür fahren die Eberweins gern von Braunfels, ihrem Wohnort, nach Gießen. Dort suchen sie, ähnlich der Kletterer, »ihre« Idealfassade. Minimal Urban Art nennt sich der Oberbegriff für diese Ausschnittfotografie in der City. Während man fürs Extremklettern eher unregelmäßige Wandstrukturen bevorzugt - Ecken, Kanten, Vorsprünge für besseren Halt -, sind die Fotografen ganz der Ästhetik verpflichtet. Architektonische Geradlinigkeit, klare und regelmäßige Strukturen halten sie fest. Um welches Gebäude es sich dabei handelt, bleibt offen, kann nur selten nachvollzogen werden.

Helmut Heibertshausen, der stellvertretende Vorsitzende des Hobby- und Kunstkreises, begrüßte das Künstlerpaar und einige Besucher der Vernissage. Oliver Eberwein gab selbst einige Hinweise zur Arbeitstechnik. Sie zückten ihre Kamera an Orten, an denen täglich Menschen vorbeigehen. Aus der gewöhnlichen Fassade des banalen Alltags suche man dann ein Stück heraus. Neben einer gewissen Regelmäßigkeit spielten Kontraste und Farben eine Rolle. Am Computer werde in geringem Umfang nachgearbeitet, das Motiv nicht verfälscht, bestenfalls im Sinne der idealen Ästhetik leicht geschönt. Zur Fassade zählen etwa feste Verkleidungen, bewegliche Teile wie Jalousien oder Gegenstände vor der Gebäudewand wie Feuerwehrhydranten oder Silotürme.

Die »Minimal Urban Art« ist noch bis Mitte Oktober im Rathaus Lollar zu betrachten. Die Motive werden zwischenzeitlich ausgetauscht. Geöffnet montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie mittwochs zusätzlich von 14 bis 18 Uhr.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Hobby
  • Lebensgefahr
  • Streetart
  • Ästhetik
  • Lollar
  • Volker Heller
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.